Entschuldigung gefordert
Merz wünscht todkranker Frau „alles Gute“
11.06.2026 – 04:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Auf einem Bürgerdialog stellte eine Hautkrebspatientin den Kanzler zur Rede. Der wies die Frau daraufhin zurecht – nun schickte er ihr einen Brief.
Ende April sorgte eine Auseinandersetzung zwischen einer Bürgerin und Kanzler Friedrich Merz bei einer Veranstaltung in Sachsen-Anhalt für Aufsehen. Die todkranke Frau beklagte sich bei Merz über die geplante Gesundheitsreform. Diese bringe unzutbare Belastungen für Patienten wie sie, während andere Gruppen der Gesellschaft relativ unbehelligt von der Reform blieben.
Silvia Dronsch aus Suhlendorf bei Uelzen berichtete zunächst mit Blick auf die geplante Gesundheitsreform, dass sie an Hautkrebs im vierten Stadium leide und ihr nun die Vorsorge genommen werde. Damit ging sie auf zunächst kolportierte Pläne zur Abschaffung der kostenlosen Hautkrebsuntersuchung im Rahmen der Reform ein. Sie fragte den CDU-Politiker daraufhin auch, warum bei den Bürgern so stark gespart werde, nicht aber bei Politikern.
Nachdem der Auftritt Merz‘ in der Öffentlichkeit hohe Wellen geschlagen hatte, erhielt die Hautkrebspatientin aus Niedersachsen nun Post aus dem Bundeskanzleramt. Eine Regierungssprecherin bestätigte, dass ein Schreiben an die Frau verschickt worden sei. „Auf Bitte von Frau Dronsch wurde auch eine Autogrammkarte des Bundeskanzlers beigefügt“, erklärte sie. Zu den Inhalten solcher Briefe äußere man sich grundsätzlich nicht.

Dronsch hatte Merz beim Bürgerdialog im April vorgeworfen, sich noch einmal 64.000 Euro an Gehaltszuschlag zu genehmigen, während von den Bürgern starke Einschnitte gefordert würden. Damit hatte sie auf die von der Bundesregierung geplante geplante Erhöhung der Beamtenbesoldung an, an die auch das Gehalt des Kanzlers gekoppelt wäre. Diese fiel inzwischen aber niedriger aus als ursprünglich geplant.
Den Kanzler hatte dieser Einwand sichtbar empört. Er holte bei dem Tag des Lokaljournalismus im sachsen-anhaltinischen Salzwedel zu einer Verteidigungsrede aus, die von vielen Beobachtern als scharf und unagemessen wahrgenommen worden war. Offenbar auch von der Frau selbst. Diese hatte jüngst eine Entschuldigung vom Bundeskanzler gefordert.
Kanzler Merz wünscht „alles Gute“
Merz entgegnete scharf, dass weder er noch jemand anderes erwogen habe, die Bezüge der Mitglieder der Bundesregierung anzuheben. „Alles andere ist eine falsche Behauptung. Und ich wäre Ihnen einfach dankbar, wenn Sie das nicht einfach ungeprüft wiederholen.“ Mit Blick auf die Gesundheitsreform führte er dann aus, wie die Einsparungen aufgeteilt werden sollten: „Ein Drittel die Versicherten, ein Drittel die Leistungserbringer und ein Drittel alle Übrigen. Das heißt, das ist eine Reform, zu der jeder einen Beitrag leisten muss.“
