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Europäische Alternative zu Microsoft und Google gestartet

wochentlich.deBy wochentlich.de10 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Europäische Alternative zu Microsoft und Google gestartet
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Digitale Souveränität

Euro-Office ist da: Was die neue Software kann – und was nicht


10.06.2026 – 12:56 UhrLesedauer: 2 Min.

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Laptop mit Tabellen- und Diagrammen (Symbolbild): Euro-Office will Nutzer unabhängiger machen. (Quelle: Pond5 Images/imago)

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Eine neue Bürosoftware aus Europa tritt gegen Microsoft und Google an. Wer auf eine kostenlose Alternative für zu Hause hofft, dürfte aber enttäuscht werden.

Ein Bündnis europäischer Firmen hat eine neue Bürosoftware vorgestellt. Das Programm heißt Euro-Office. Behörden, Schulen und Unternehmen sollen damit unabhängiger von US-Anbietern werden. Schon zum Start gibt es allerdings Streit.

Hinter dem Projekt stehen vor allem die Anbieter Nextcloud und Ionos sowie mehrere weitere europäische Unternehmen. Die Idee dahinter: Dokumente, Tabellen und Präsentationen sollen sich künftig mit Technik bearbeiten lassen, die unter europäischer Kontrolle und nicht der von US-Konzernen wie Microsoft oder Google steht.

  • Digitale Souveränität: So will die EU Europas Daten aus US-Clouds holen
  • Word, Excel und Co.: Microsoft-Programme werden teurer – was Kunden tun können

Für Privatnutzer bringt das vorerst wenig

Wer jetzt auf eine kostenlose Alternative zu Word und Excel für den eigenen Computer hofft, wird enttäuscht. Euro-Office ist kein Programm, das man herunterlädt und startet. Es ist eher ein Baustein, der in andere Dienste eingebaut wird, etwa in einen Cloud-Speicher oder in ein Programm für die Zusammenarbeit im Büro. Anwendungen für den Heimrechner oder das Handy gibt es bisher nicht.

Privatnutzern dürfte die Software deshalb erst dann begegnen, wenn einzelne Anbieter sie in ihre Dienste einfügen. Den Anfang macht Nextcloud, Ionos will im Spätsommer folgen. Wer schon heute eine kostenlose Bürosoftware für zu Hause sucht, findet sie weiterhin in bekannten Programmen wie LibreOffice oder OpenOffice.

Textdokument in Euro-Office: So soll die neue Software aussehen.Vergrößern des Bildes
Textdokument in Euro-Office: So soll die neue Software aussehen. (Quelle: GitHub)

Kritik kommt auch vom Anbieter eines dieser Programme. Die Organisation hinter LibreOffice hat Euro-Office in einem offenen Brief scharf angegriffen und kritisiert zum einen die Werbung für das Projekt. Euro-Office sei nicht die erste offene Bürosoftware aus Europa. Solche Programme gebe es schon länger: OpenOffice startete 2001, LibreOffice folgte 2010.

Europa will weg von US-Software

Ein weiterer Vorwurf betrifft die Art, wie Euro-Office Dokumente speichert. Voreingestellt ist ein Dateiformat, das Microsoft entwickelt hat und das es bis heute kontrolliert. Das soll den Umstieg erleichtern, denn vorhandene Word- und Excel-Dateien lassen sich so ohne Umwege weiternutzen. Damit blieben die Nutzer aber an Microsoft gebunden, argumentiert die Stiftung, also das Gegenteil dessen, was Euro-Office eigentlich erreichen wolle.

Echte Unabhängigkeit biete nur ein offenes Format, das keinem einzelnen Konzern gehöre. Nextcloud-Chef Frank Karlitschek kündigte an, ein solches Format solle bei der nächsten Version Vorrang haben.

Euro-Office ist ein Beispiel einer größeren Entwicklung. Mehrere Länder und Behörden in Europa wollen ihre Abhängigkeit von amerikanischer Technik verringern. Frankreich kündigte im April an, in Behörden das kostenlose Betriebssystem Linux statt Windows einzusetzen und den Microsoft-Dienst Teams bis 2027 durch eine eigene Lösung zu ersetzen.

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