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DDR-Geisterinsel wird am 4. Juni für 39.000 Euro versteigert

wochentlich.deBy wochentlich.de3 Juni 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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DDR-Geisterinsel wird am 4. Juni für 39.000 Euro versteigert
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Das soll sie kosten

DDR-Geisterinsel vor Rügen wird versteigert


Aktualisiert am 03.06.2026 – 09:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Die „Entmagnetisierungsstation Ostervilm“ im Rügener Bodden (mit Keramikglocke): Das Konstrukt steht auf 600 Holzpfählen. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Karl-Heinz Spremberg/imago)

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Sie diente einst dazu, Marineschiffe vor Magnetminen zu schützen. Nun ist die Plattform „Ostervilm“ verlassen und steht zum Verkauf. Morgen fällt der Hammer.

Am 4. Juni kommt ein ungewöhnliches Relikt aus DDR-Zeiten unter den Hammer. Die frühere Entmagnetisierungsstation „Insel Ostervilm“ im Greifswalder Bodden wird bei der Sommerauktion der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG (NDGA) versteigert. Das Mindestgebot liegt bei 39.000 Euro.

Bei dem Objekt handelt es sich um einen der außergewöhnlichsten, sogenannten Lost Places in Vorpommern. Laut Auktionskatalog liegt die künstlich angelegte Insel zwischen der Halbinsel Reddevitz und rund drei Kilometer östlich der Insel Vilm, mitten im Greifswalder Bodden im Biosphärenreservat. Die Anlage ist ausschließlich per Boot erreichbar.

  • Lost Places: Diese Freizeitparks sind jetzt Geisterstätten

Marineschiffe vor Magnetminen schützen

Die Plattform wurde den Angaben zufolge um 1954 von der NVA-Marine Lauterbach errichtet und steht auf rund 600 Holzpfählen. Der Bodden ist hier etwa zehn Meter tief. Zu DDR-Zeiten diente die Anlage dazu, Marineschiffe mithilfe einer Kabelschleife im Meer vor Magnetminen zu schützen. Auf der Plattform befanden sich einst ein Wohn- und ein Maschinenhaus.

Der Zustand der Anlage gilt inzwischen als stark sanierungsbedürftig. Im Katalog ist von Setzungsrissen, verrosteten Stahlteilen, zerstörten Fenstern sowie Schäden durch Witterung, Vogelkot und Vandalismus die Rede. Auch Algenbewuchs wird erwähnt. Eine Besichtigung ist aufgrund des Zustands nicht möglich.

Die Gesamtfläche von Land- und Wasserbereich beträgt rund 710 Quadratmeter. Dafür besteht ein Nutzungsvertrag mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund, das jährliche Entgelt liegt bei etwa 75 Euro. Die nutzbare Fläche wird mit rund 250 Quadratmetern angegeben. Zudem befindet sich auf der Insel eine frei stehende Keramikglocke des Architekten Gerhard Benz, die separat erworben werden kann.

Zuletzt gehörte die Anlage Künstler Gerhard Benz und dem Maschinenbauingenieur Peer Wenmakers. Sie verfolgten Pläne für einen Kunst- und Kulturort, scheiterten jedoch an rechtlichen Vorgaben, hohen Kosten und logistischen Herausforderungen. Eine öffentliche oder gewerbliche Nutzung sei nicht umsetzbar gewesen, heißt es in der „Ostsee Zeitung“.

Interessenten können am 4. Juni laut NDGA im Auktionssaal, schriftlich oder telefonisch bieten. Voraussetzung sind eine vorherige Legitimation und ein Bonitätsnachweis. Das Auktionshaus empfiehlt, sich spätestens zwei Tage vor dem Termin anzumelden, damit die Unterlagen geprüft und eine Bieterkarte ausgestellt werden können. Die Auktion ist öffentlich zugänglich.

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