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Italo will Fahrten im Fernverkehr anbieten

wochentlich.deBy wochentlich.de3 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Italo will Fahrten im Fernverkehr anbieten
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Konkurrenz für die Bahn

Nach Hamburg oder München: Werden Zugtickets für Berliner günstiger?

03.06.2026 – 11:23 UhrLesedauer: 2 Min.

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Blick in den Berliner Hauptbahnhof mit Fahrgästen (Archivbild): Nach München und Hamburg könnte von Berlin aus bald ein Bahn-Konkurrent fahren. (Quelle: IMAGO/Chris Emil Janssen/imago)

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Das italienische Bahnunternehmen will mit der Deutschen Bahn im Fernverkehr konkurrieren. Italo verspricht Fahrten über Berlin – und günstige Tickets.

Das italienische Bahnunternehmen Italo hat bei der Bundesnetzagentur beantragt, die Zugangsbedingungen zum deutschen Schienenfernverkehr zu ändern. Das Unternehmen fordert langfristige Trassenverträge sowie eine Mindestkapazitätsreservierung für neue Marktteilnehmer. Eine Entscheidung der Behörde steht noch aus.

Italo plant nach eigenen Angaben, ab Frühjahr 2028 mit 30 Hochgeschwindigkeitszügen und 56 täglichen Verbindungen auf zwei Strecken zu fahren: München–Frankfurt–Köln–Dortmund im Stundentakt sowie München–Berlin–Hamburg alle zwei Stunden. Beide Strecken gelten als besonders nachfragestarke Verbindungen.

  • Fernbus am Flughafen: Flixbus fährt neue Städte ab dem BER an
  • Reise-Alternative: Mit dem Zug von Berlin nach Mallorca – so funktioniert es

Dabei könnten die Fahrgäste auf niedrigere Preise hoffen: Die Italiener versprechen neben sinkenden Preisen auch mehr Komfort, Geschwindigkeit und Pünktlichkeit – und zwar bei allen Wettbewerbern.

Italo will Trassen – Bundesnetzagentur muss entscheiden

Wer in Deutschland einen Zug fahren will, benötigt eine sogenannte Trasse – eine bestimmte Strecke zu einer bestimmten Zeit. Vergeben werden Trassen von der DB InfraGo, der Infrastrukturgesellschaft der Deutschen Bahn, unter Aufsicht der Bundesnetzagentur. Derzeit werden Trassen jährlich angemeldet und vergeben. Langfristige Rahmenverträge, die neuen Anbietern Planungssicherheit geben würden, gibt es dem Vernehmen nach seit 2017 nicht mehr. Ohne verlässliche Planungsgrundlage, so das Argument von Italo, lassen sich Investitionen in teure Züge nicht rechtfertigen.

DB-Chefin warnt vor „ungesteuertem Wettbewerb“

Die Deutsche Bahn, die im Fernverkehr auf der Schiene einen Marktanteil von rund 95 Prozent hält, reagiert mit Warnungen. Bahnchefin Evelyn Palla rief die Politik auf, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. „Sonst droht ein ungesteuerter Wettbewerb, dessen Folgen sich am Ende womöglich für die Mehrheit negativ auswirken“, sagte sie vor Journalisten in Berlin. Die DB argumentiert, Konkurrenten würden vor allem die lukrativen Strecken zwischen Großstädten ansteuern – mit der möglichen Folge, dass weniger nachgefragte Verbindungen in die Fläche wegfallen könnten. Palla betonte: „Wir müssen achtsam sein, dass diese Vorteile auch wirklich bei allen Menschen in Deutschland ankommen und nicht nur bei einigen wenigen.“

Ob mehr Wettbewerb die Betriebsqualität verbessern würde, ist offen. Die DB verweist darauf, dass ein Großteil der Verspätungen auf die Infrastruktur zurückgeht – auf marode Anlagen und laufende Baustellen, auf die alle Anbieter gleichermaßen angewiesen wären. Bahn-Experte Christian Böttger warnte in der „Süddeutschen Zeitung“, mehr Angebot auf dem bereits vollen Netz gehe „entweder zulasten der Betriebsqualität“ oder führe zu Verdrängung. Im Mai lag die Pünktlichkeit im Fernverkehr nach vorliegenden Angaben bei 61,3 Prozent.

Italo ist nicht der einzige Anbieter, der für 2028 eine Ausweitung im deutschen Fernverkehr plant. Das Unternehmen Flix hat nach eigenen Angaben 65 neue Züge beim spanischen Hersteller Talgo bestellt – zum Preis von 2,4 Milliarden Euro. Die derzeitige Flotte umfasst Flix zufolge 15 Züge.

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