Auszeichnung für Lindenstraßen-Star
Schicksalsschläge für „zähes Luder“: Wie geht es Georg Uecker?
02.06.2026 – 19:27 UhrLesedauer: 3 Min.
Georg Uecker ist ausgezeichnet worden. Krankheiten, Hass und Schicksalsschläge begleiteten den Lebensweg des ehemaligen Lindenstraßen-Stars. Wie geht es ihm heute?
Als Millionen Fernsehzuschauer ihn als Dr. Carsten Flöter in der „Lindenstraße“ kennenlernten, wusste das Publikum noch nicht, wie eng sich bei Georg Uecker seine persönlichen Erfahrungen und die gesellschaftlichen Veränderungen einmal verbinden würden.
Der 1962 in München geborene Schauspieler ging zunächst den klassischen Weg. Nach der Ausbildung folgten Theaterengagements, bevor er Ende der 1980er-Jahre eine Rolle übernahm, die Fernsehgeschichte schreiben sollte. Ab 1987 spielte Uecker in der „Lindenstraße“ den Arzt Carsten Flöter – eine der ersten offen schwulen Hauptfiguren im deutschen Fernsehen.
Erster Schwulenkuss in der Lindenstraße: Carsten Flöter und Robert Engel
Was heute selbstverständlich erscheint, war damals hochumstritten. Besonders eine Szene aus dem Jahr 1990 löste bundesweite Diskussionen aus: der Kuss zwischen Carsten Flöter und dessen Partner Robert Engel, gespielt von Martin Armknecht. Die nur wenige Sekunden dauernde Szene gilt als erster schwuler Kuss in einer deutschen Fernsehserie.
Die Reaktionen zeigten, wie gespalten die Gesellschaft damals noch war. Neben Zustimmung gab es auch massive Anfeindungen. Armknecht berichtete später von Beleidigungen und Drohungen wie „Du schwule Sau, ab ins KZ.“ Auch Uecker stand damals zeitweise unter Polizeischutz. Er selbst sagt heute: „Wir haben gar nicht gewusst, was wir da lostreten. Wir wollten einfach allen zeigen, wie normal die Liebe zwischen zwei Männern ist.“ Und: „Ich glaube, das haben wir geschafft.“

Dabei hatte die Produktion nach späteren Aussagen keine gesellschaftliche Debatte auslösen wollen. Vielmehr sollte gezeigt werden, dass die Liebe zwischen zwei Männern genauso selbstverständlich ist wie jede andere Beziehung. Rückblickend wurde die Szene zu einem Symbol für den gesellschaftlichen Wandel in Deutschland.
Fernsehkarriere lief, doch Uecker wurde schwer krank
Während seine Fernsehkarriere also ihren Lauf nahm, musste Uecker privat schwere Schicksalsschläge einstecken. 1993 erhielt er gleich zwei Diagnosen: HIV und Morbus Hodgkin, eine Krebserkrankung des Lymphsystems. Außerdem war kurz zuvor sein Lebensgefährte gestorben. Dem „Stern“ hatte er 2019 erzählt, wie er die Zeit erlebt hatte: „Ich lag im Krankenhaus mit der Diagnose: Lymphdrüsenkrebs und HIV. Alles auf einmal. Ich bin durch die Hölle gegangen.“
Später schilderte Uecker, er habe damals geglaubt, sterben zu müssen. Die Ärzte entschieden sich für eine intensive Chemotherapie, um zunächst den Krebs zu bekämpfen. Die Behandlung hinterließ aber Spuren. Körperlich baute Uecker in der Zeit stark ab. Fünf Jahre später galt die Krebserkrankung als überwunden.
Lebensgefährte stirbt, Krebserkrankung und HIV
Mit seiner HIV-Infektion ging Uecker immer öffentlich um – und das zu einer Zeit, in der viele Betroffene aus Angst vor Ausgrenzung schwiegen. In den 1980er- und 1990er-Jahren war die Krankheit von Vorurteilen, Unsicherheit und Angst geprägt. Uecker entschied sich bewusst für einen anderen Weg.
