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Politik

Wenn die Hautfarbe in der Eisdiele zum Problem wird

wochentlich.deBy wochentlich.de2 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Wenn die Hautfarbe in der Eisdiele zum Problem wird
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Diskriminierung

Wenn die Hautfarbe in der Eisdiele zum Problem wird

Aktualisiert am 02.06.2026 – 12:40 UhrLesedauer: 3 Min.

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Die Antidiskriminierungsbeauftragte meldet eine Rekordzahl an Beratungsnfragen. (Quelle: Britta Pedersen/dpa/dpa-bilder)

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13.000 Mal beriet die Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2025 Menschen, die sich im Alltag benachteiligt, gedemütigt oder zurückgesetzt sahen. Es waren so viele Fälle wie noch nie.

Ein elfjähriges Mädchen kauft sich ein Eis, doch die Verkäuferin will ihr das Wechselgeld nicht geben. „Menschen wie dir traue ich nicht“, sagt die Frau. Das Kind hat eine dunkle Hautfarbe. Das Geld reicht die Eisverkäuferin lieber der Freundin des Mädchens.

Es ist einer von 13.067 Fällen, die die Antidiskriminierungsstelle des Bundes im vergangenen Jahr registrierte – 15 Prozent mehr als 2024 und so viele wie nie zuvor. Der Anstieg kann auch daran liegen, dass mehr Menschen Expertenrat suchen, wenn sie sich wegen Hautfarbe, Religion, Behinderung, Geschlecht, Alter oder anderen Merkmalen benachteiligt sehen.

Doch für die unabhängige Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman zeigt gerade das eine „besorgniserregende Entwicklung“. Diskriminierung werde heftiger erlebt, weil sie offener als noch vor wenigen Jahren geäußert werde, sagte Ataman bei der Vorstellung ihres Jahresberichts 2025. Der Leidensdruck sei größer geworden.

43 Prozent der Anfragen betreffen Rassismus

Anfragen wegen rassistischer oder antisemitischer Diskriminierung haben den größten Anteil in der Statistik: 4.571 oder 43 Prozent aller Fälle fielen in diese Kategorie. In Atamans Jahresbericht ist es diesmal der Schwerpunkt. Seit 2021 hätten sich die Zahlen hier mehr als verdoppelt.

Antidiskriminierungsstelle des BundesVergrößern des Bildes
Wer sich zum Beispiel bei der Arbeit, in Geschäften oder auf Wohnungssuche benachteiligt fühlt, kann sich an die Antidiskriminierungsstelle wenden. (Symbolbild) (Quelle: Malin Wunderlich/dpa/dpa-bilder)

Ein weiteres Beispiel im Bericht: Ein Herr kauft sich im Laden einer großen Bekleidungskette ein Hemd, doch der Ladendetektiv stoppt ihn. Obwohl die Kassiererin den Kauf bestätigt, wird der Kunde durchsucht. Er sieht asiatisch aus – und sieht den Grund der falschen Verdächtigung in einer rassistischen Zuschreibung.

Nachteile für Menschen mit Behinderungen

Ataman stellte klar, dass Diskriminierung nicht nur Randgruppen treffe. „Jeder Mensch kann im Laufe seines Lebens Benachteiligung erfahren“, sagte sie. „Dafür reicht es manchmal schon, zu jung zu sein oder zu alt, schwanger zu werden oder eine chronische Krankheit zu bekommen.“

Von allen Anfragen bezogen sich 27 Prozent – 3.015 Fälle – auf Benachteiligung wegen einer Behinderung oder einer chronischen Krankheit. 2.407 Menschen sahen sich wegen des Geschlechts benachteiligt, etwa 22 Prozent der Fälle. Altersdiskriminierung spielte in 1.261 Anfragen eine Rolle, Religion in 733 und sexuelle Identität in 386. Bisweilen kommen mehrere Punkte zusammen, so etwa bei muslimischen Frauen, die Kopftuch tragen.

Geht es um Situationen, in denen Diskriminierung erlebt wird, liegt das Arbeitsumfeld an Nummer eins (3.600 Anfragen), zum Beispiel wegen diskriminierender Stellenausschreibungen oder Absagen. Zweite große Gruppe sind Benachteiligungen beim „Zugang zu Gütern und Dienstleistungen“, also etwa das Einkaufen oder die Wohnungssuche.

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