150 Mitarbeiter betroffen
Agrarpionier meldet Insolvenz an
Aktualisiert am 01.06.2026 – 17:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Ihre Maschinen galten als Vorreiter in Deutschland. Jetzt ist die Herbert Dammann GmbH in Schieflage geraten. Die Geschäftsführung macht trotzdem weiter.
Die Herbert Dammann GmbH aus Buxtehude hat Insolvenz beantragt. Das zuständige Amtsgericht Tostedt hat einen vorläufigen Sachwalter für den Landtechnikhersteller bestellt. Rechtsanwalt Per Hendrik Heerma aus Hamburg überwacht seit dem 29. Mai die Arbeit der Geschäftsführung. Eine öffentliche Stellungnahme des Unternehmens lag zunächst nicht vor.
Dammann gehört zu den traditionsreichen Herstellern der deutschen Landtechnikbranche. Das Unternehmen entwickelt Maschinen, mit denen Pflanzenschutzmittel und andere Flüssigkeiten ausgebracht werden. Neben der Landwirtschaft kommen die Maschinen auch in Kommunen, an Flughäfen und im Schienenverkehr zum Einsatz.
- Aus nach 175 Jahren: Bayerischer Traditionsbetrieb schließt für immer
- Höheres Defizit erwartet: Bundesagentur für Arbeit rechnet mit Milliardenloch
Insolventer Agrarpionier: Unternehmen in zweiter Generation
Gegründet wurde das Unternehmen 1979 von Herbert Dammann. Aus einem Betrieb, der zunächst Technik für die eigenen landwirtschaftlichen Anforderungen entwickelte, entstand in den folgenden Jahrzehnten ein international tätiger Hersteller. Heute führt Nadine Dammann das Familienunternehmen in zweiter Generation. Nach Unternehmensangaben beschäftigt Dammann rund 150 Mitarbeiter.
Besonders bekannt wurde die Firma durch ihre selbstfahrenden Pflanzenschutzspritzen. Bereits in den 1980er-Jahren entwickelte Dammann entsprechende Fahrzeuge und gehörte damit zu den Vorreitern in Deutschland. Die Maschinen werden vor allem auf großen Ackerflächen eingesetzt und können erhebliche Mengen an Flüssigkeiten transportieren und ausbringen. Dammann bietet Maschinen mit Arbeitsbreiten bis 48 Meter und Tankvolumen bis 20.000 Liter an.
Dammann ist insolvent: Ursachen für Insolvenzantrag unbekannt
Mit der Bestellung eines vorläufigen Sachwalters beginnt zunächst ein Prüfverfahren. Anders als bei einer regulären Insolvenzverwaltung kann die Unternehmensführung dabei unter Aufsicht weiter im Amt bleiben und das operative Geschäft fortführen. Ziel ist es, zu prüfen, ob eine Sanierung des Unternehmens möglich ist.
Welche Ursachen zu dem Insolvenzantrag geführt haben, ist bislang nicht bekannt. Die gesamte Branche steht jedoch seit einiger Zeit unter Druck. In der Landwirtschaft herrscht zurückhaltende Investitionsbereitschaft und viele Betriebe kämpfen mit gestiegenen Kosten und schwierigen Marktbedingungen.
