Mordfall Fabian
Messer-Fund: Jetzt steht das Ergebnis eindeutig fest
26.05.2026 – 17:17 UhrLesedauer: 2 Min.

Im Prozess um den Fall des getöteten Fabian aus Güstrow geriet ein Messer in den Fokus der Ermittler. Spezialisten untersuchten es genau – jetzt gibt es Gewissheit.
Im Mordfall Fabian steht das Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchung eines in Güstrow gefundenen Messers fest: Der Achtjährige wurde nicht mit dem Messer ermordet, wie t-online aus Prozesskreisen erfuhr. Die Spezialisten des Landeskriminalamts haben demnach keinerlei relevante Spuren gefunden – weder von Fabian noch von der Angeklagten Gina H.
Fabian war am 10. Oktober vergangenen Jahres mit mindestens sechs Messerstichen getötet worden. Die Tatwaffe wurde nie gefunden. Unter Mordverdacht steht Gina H., die Partnerin von Fabians Vater. Sie soll den Jungen nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft getötet haben, um die damals angeschlagene Beziehung zu Fabians Vater zu retten, von der sie auch finanziell profitiert haben soll.
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Die Untersuchung des Messers hatte Thomas Löcker, Wahlverteidiger der Angeklagten, im Laufe des Ende April begonnenen Mordprozesses angeregt. Das Küchenwerkzeug war von einem Zeugen im Dezember vergangenen Jahres in einem Mülleimer auf einem Parkplatz entdeckt, zunächst aber nicht von der Polizei untersucht worden. Im Gericht war es deshalb zu hitzigen Szenen gekommen, wobei Löcker der Staatsanwaltschaft vorwarf, nicht ordentlich gearbeitet zu haben und kein Interesse an der Aufklärung des Falls zu zeigen.
Die Anwältin von Fabians Mutter, Christine Habetha, sagte t-online am Dienstag, der von der Gegenseite eingebrachte Messerfund sei „nicht einmal eine Nebelkerze, sondern ein Nebelteelicht“.

Mordfall Fabian: Zwei weitere Messer entdeckt
Laut Oberstaatsanwalt Harald Nowack gibt es noch weitere Messer, die derzeit untersucht werden. Nach t-online-Informationen wurden vor Kurzem unweit des Tatorts zwei in einer Aldi-Tüte eingepackte Messer entdeckt. Dass diese mit der Tat zusammenhängen, gilt in Prozesskreisen aber als unwahrscheinlich.
Belastende Fotos sollen im Fall Fabian gezeigt werden
Am Mittwoch steht im Mordfall Fabian der sechste Prozesstag vor dem Landgericht Rostock an. Gehört werden unter anderem Zeugen, die Beobachtungen zu Gina H.s orangefarbenem Ford Ranger gemacht haben. Auch Menschen, die Rauch und Feuer am Tatort gesehen haben wollen, sollen zu Wort kommen. Fabians Leiche wurde mit Grillanzünder angesteckt, um Spuren zu verwischen.
Am Donnerstag, dem siebten Prozesstag, stehen die Aussagen mehrerer Sachverständiger auf dem Programm. Laut Anwältin Habetha sollen auch Fotos des Fundorts der Leiche sowie der Leiche selbst gezeigt werden. Ihre Mandantin Dorina L. werde daher am Donnerstag nicht im Gerichtssaal sein. Bereits in der vergangenen Woche hatten Schilderungen einer Polizeibeamtin zur Auffindesituation des toten Jungen Dorina L. derart belastet, dass sie in Tränen ausbrach und den Saal verlassen musste.
