„Das Gebäude verwahrlost“
Immobilienentwickler insolvent: Millionen-Projekte stehen auf dem Spiel
Aktualisiert am 23.05.2026 – 20:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Leverkusener Immobilienentwickler Cube Real Estate ist insolvent. Millionenverluste bringen gleich mehrere Großprojekte in Düsseldorf ins Wackeln.
Die Cube Real Estate AG hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestartet. Das teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Die Vorstände Bernd Hütter und Johannes Dähnert bleiben demnach im Amt, arbeiten künftig aber unter Aufsicht des vorläufigen Sachwalters Jens M. Schmidt. Das Amtsgericht Köln bestellte den Sanierungsanwalt von der Kanzlei Runkel Rechtsanwälte.
Cube Real Estate war 2013 gegründet worden und entwickelte sich in wenigen Jahren zu einem wichtigen Investor für Wohn- und Quartiersprojekte in Nordrhein-Westfalen. Nach Angaben des Unternehmens befinden sich derzeit 14 Projekte in Planung, deren Gesamtwert im Milliardenbereich liegen soll. Das berichtet die „Rheinische Post“. Gleichzeitig verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage zuletzt deutlich. Weil mehrere Vorhaben nicht verkauft werden konnten, schrieb das Unternehmen nach eigenen Angaben in den vergangenen beiden Jahren einen Verlust von insgesamt 5,4 Millionen Euro.
- Maschinenbau mit Ost-West-Geschichte: Traditionsbetrieb nach mehr als 100 Jahren vor dem Aus
- Über 150 Mitarbeiter betroffen: Pralinenhersteller DreiMeister beantragt Insolvenz
Großprojekte durch Insolvenz in Gefahr
Besonders betroffen sind von der Insolvenz des Immobilienentwicklers sind drei große Düsseldorfer Projekte mit einem Gesamtwert von rund 500 Millionen Euro. Dazu gehören das Wohnquartier „Cube Central 378“ in Düsseldorf, die geplante Neubebauung am B8-Center in Flingern sowie das Hochhausprojekt „Bilkwinkel“ in Bilk.
Bereits Ende 2025 hatten sich die finanziellen Probleme zugespitzt. Das nun insolvente Unternehmen konnte Rechnungen rund um das Wohnprojekt nicht mehr bezahlen. Anfang Dezember leitete Cube deshalb ein sogenanntes StaRUG-Verfahren zur Restrukturierung ein. Ziel solcher Verfahren ist es, eine Insolvenz noch abzuwenden.
Nach Informationen aus Gläubigerkreisen standen dabei Forderungen in Höhe von 122 Millionen Euro im Raum. Laut eines Restrukturierungsplans des nun insolventen Immobilienentwicklers sollten Gläubiger nach einem Schuldenschnitt lediglich rund ein Prozent ihrer Forderungen zurückerhalten.
Immobilienentwickler insolvent: „Das Gebäude verwahrlost“
Besonders sichtbar ist die Krise beim Großprojekt „Cube Central 378“. Dort sollten 177 Mietwohnungen und Gewerbeflächen entstehen. Das Projekt sollte ursprünglich bereits im Herbst 2025 fertiggestellt werden. Wegen finanzieller Probleme ruhen die Bauarbeiten jedoch seit November. Die zuständige Projektgesellschaft meldete Anfang 2026 Insolvenz an.
Das Gebäude ist nach Angaben der Düsseldorfer Baudezernentin Cornelia Zuschke inzwischen in einem schlechten Zustand. „Das Gebäude verwahrlost“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters könnte das Projekt dennoch fortgeführt werden. Die Fondsgesellschaft ZBI hatte große Teile des Vorhabens bereits 2022 gekauft und soll nun kurz davorstehen, die Arbeiten eigenständig weiterzuführen.
