Sein Hit steht auf einer Verbotsliste
Schlagerstar wehrt sich gegen Zensur: „Verstehen keinen Spaß“
22.05.2026 – 17:39 UhrLesedauer: 3 Min.

Sollte G. G. Andersons Song „Nein heißt Ja“ nicht mehr gesungen werden? Nachdem diese Forderung laut wurde, meldet sich der Schlagerstar bei t-online selbst zu Wort.
Am Donnerstag erregte ein Bericht aus Franken Aufsehen. Ein dort weithin bekanntes Volksfest hat eine Liste mit Songs herausgegeben, die künftig verboten sein sollen. Aus dem Schreiben an die Wirte der Erlanger Bergkirchweih zitiert die Zeitung „Nürnberger Nachrichten“. Hits wie „20 Zentimeter“ von Mirja Boes, „10 nackte Friseusen“ von Mickie Krause oder der Neue-Deutsche-Welle-Klassiker „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang sollen dieses Jahr nicht mehr auf dem Fest gespielt werden.
Auch ein Song von Schlagerstar G. G. Anderson steht auf der Verbotsliste: „Nein heißt Ja“ gehöre ebenfalls zu den Titeln, die „aufgrund sexistischer oder frauenfeindlicher Inhalte an der Erlanger Bergkirchweih keinen Platz“ haben, so die Gleichstellungsstelle der Stadt Erlangen.
Diese Menschen scheinen keinen Spaß zu verstehen.
G. G. Anderson
t-online hat den 76-jährigen Sänger, der mit bürgerlichem Namen Gerd Grabowski heißt, am Freitag erreicht. Er weilt aktuell im Urlaub und genießt mit seiner Frau Monika die Sonne in Tirol. Für die Forderung aus der mittelfränkischen Universitätsstadt habe er kein Verständnis. Anderson sagt: „Diese Menschen scheinen keinen Spaß zu verstehen.“
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Es sei absolut offensichtlich, dass dieser Text „augenzwinkernd“ gemeint sei. Dafür benötige man weder einen Uniabschluss in Gender Studies noch sprachwissenschaftliche Kunstfertigkeiten. Die Botschaft sei für die breite Masse klar erkennbar: „Das Lied handelt von harmlosen Flirts im gegenseitigen Einvernehmen. Sie spiegeln das leichtfüßige, mal knisternd erotische Miteinander der Geschlechter wider.“
Andersons Zeilen wie „Nein heißt Ja, wenn man lächelt so wie Du“ gehören für die einen längst zum Standardrepertoire bei Volks- und Schlagerfesten, die lauthals mitgegrölt werden. Andere sahen in „Du kannst mir ruhig in die Augen schauen. Nimm den Mut in die Hand, pfeif auf Deinen Verstand“ schon in der Vergangenheit ein Negativbeispiel frauenfeindlichen Liedguts und erwähnten es im Rahmen einer Online-Petition namens „Bierzeltsexismus: Aktion gegen das Donaulied“. Letzteres existiert in verschiedenen Versionen, auch Mickie Krause singt es – und findet sich damit jetzt ebenfalls auf der Erlanger Liste wieder.
