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You are at:Home»Politik»Mittelstandskreis der Union erhöht Druck auf SPD
Politik

Mittelstandskreis der Union erhöht Druck auf SPD

wochentlich.deBy wochentlich.de20 Mai 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Mittelstandskreis der Union erhöht Druck auf SPD
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Klare Ansage aus der Union

„Kompromissbereitschaft findet ihre Grenze“


20.05.2026 – 19:51 UhrLesedauer: 3 Min.

Klingbeil und MerzVergrößern des Bildes

Koalitions- und Regierungsspitzen: Kanzler Friedrich Merz (r., CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) wollen nun ein großes Reformpaket auf den Weg bringen, das auch Anpassungen bei der Einkommensteuer umfassen soll. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa/dpa-bilder)

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Der Parlamentskreis Mittelstand macht in der Steuerdebatte Druck: Entlastungen sollen kommen – aber ohne höhere Sätze für Topverdiener.

In der Diskussion um die anstehende Reform der Einkommensteuer meldet sich jetzt der einflussreiche Parlamentskreis Mittelstand (PKM) innerhalb der Unionsfraktion zu Wort – mit einer knallharten Ansage, vor allem in Richtung SPD. Die Kurzform: Steuererhöhungen dürfen nicht kommen, auch nicht, wenn damit Steuersenkungen für niedrige und mittlere Einkommen finanziert werden sollen.

In einem Beschlusspapier des Vorstands des Wirtschaftsflügels vom Mittwoch, das t-online vorliegt, heißt es wörtlich: „Wir unterstützen unseren Bundeskanzler, der Mehrbelastungen bei der Einkommen- und Erbschaftsteuer ablehnt.“ Die Einkommensteuer sei „die Steuer des Mittelstands“. „Die im Koalitionsvertrag vereinbarten steuerlichen Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen müssen daher ohne steuerliche Mehrbelastungen bei der Einkommensteuer umgesetzt und finanziert werden.“

imago images 123114296Vergrößern des Bildes
Christian von Stetten (Archivbild): Der Unionsabgeordnete ist Chef des Parlamentskreises Mittelstand. (Quelle: Christoph Hardt via www.imago-images.de/imago)

Dieser Appell richtet sich vor allem an die Sozialdemokraten. Gemeinsam mit deren Co-Parteichef Lars Klingbeil, der zugleich der zuständige Finanzminister und Vizekanzler ist, drängen sie seit Wochen darauf, mindestens die sogenannte Reichensteuer, möglicherweise auch den (etwas niedrigeren) Spitzensteuersatz im Einkommensteuertarif anzuheben, um kleine und mittlere Einkommen zu entlasten.

Ebenfalls wird in SPD-Kreisen eine Umgestaltung der Erbschaftsteuer angedacht. Zuletzt hatten sich jedoch auch einzelne Unionspolitiker für manche der Vorschläge offen gezeigt, selbst Fraktionschef Jens Spahn schloss eine Anhebung der Reichensteuer nicht aus.

Kritik an Verwendung des Sondervermögens

Der PKM unter seinem Chef Christian von Stetten hält nichts von einem solchen Schritt, wie jetzt aus dem Beschlusspapier hervorgeht. Zwar habe die Unionsfraktion „im Interesse der Handlungsfähigkeit der Bundesregierung Verantwortung übernommen und Kompromisse ermöglicht“, etwa beim Rentenpaket, aber auch beim Sondervermögen für Infrastruktur, dem 500-Milliarden-Euro-Schuldentopf, den Schwarz-Rot noch vor Beginn der laufenden Legislaturperiode mit den Stimmen der Grünen auf den Weg gebracht hatte.

„Diese Kompromissbereitschaft findet jedoch dort ihre Grenze, wo zusätzliche steuerliche Belastungen zur Diskussion gestellt, Mittel für wachstumsfördernde Maßnahmen zur Finanzierung anderer Aufgaben herangezogen oder zentrale Grundsätze einer soliden Haushaltspolitik in Frage gestellt werden“, heißt es nun im Beschlusspapier des PKM-Vorstands. Damit spielen die Autoren auf die Kritik mehrerer Experten an, die der Regierung vorwerfen, das Sondervermögen zweckentfremdet zu haben, weil Teile des Gelds nicht in neue, zusätzliche Investitionen fließen, sondern einen „Verschiebebahnhof“ im regulären Haushalt auslösen.

Entsprechend heißt es in einem der fünf Beschlusspunkte auch: „Wir fordern die Bundesregierung auf, dass die Mittel aus dem ‚Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz‘ für echte, zusätzliche und wachstumsfördernde Investitionen eingesetzt werden.“ Eine weitere Lockerung der Schuldenbremse lehnt der PKM zudem ab. Und: Die Gesundheitskosten der Bürgergeldempfänger sollten nicht zulasten der Beitragszahler gehen – was sie aktuell jedoch zum überwiegenden Teil tun und wie es auch nach dem Entwurf der Krankenkassenreform von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) weiter geplant ist.

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