„Sie gerieten in Panik“
Tragödie auf den Malediven: Theorie steht im Raum
20.05.2026 – 14:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Mehrere Italiener tauchen vor den Malediven – und werden Opfer eines Unglücks. Ein Experte macht dafür ein physikalisches Phänomen verantwortlich.
Nach dem Tod von fünf Tauchern auf den Malediven gibt es eine erste Theorie, wie es zu dem Unglück gekommen sein könnte. Alfonso Bolognini, der Präsident der italienischen Gesellschaft für Unterwasser- und Überdruckmedizin, erklärte am Dienstag der italienischen Nachrichtenagentur Adnkronos, dass die Taucher vermutlich von einem Strudel in die Höhle gezogen wurden.
Nachdem er einen Plan der Höhle gesehen habe, in der die Taucher zu Tode kamen, sei er sich sicher: „Dort entsteht ein gewaltiger Venturi-Effekt.“ Bei diesem physikalischen Phänomen bewirkt eine Verengung, dass sich die Strömungsgeschwindigkeit ändert – und ein Sog entsteht.
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Wie Bolognini erklärte, gingen die Taucher wohl sehr vorsichtig vor. „Professorin Monica Montefalcone hatte über 5.000 Tauchgänge absolviert und besaß alle erforderlichen Zertifizierungen.“ Er fügte hinzu: „Zudem war ihre Tochter dabei. Man kann sich vorstellen, wie sorgfältig sie vorgegangen war.“
Experte entwirft Panik-Szenario
Bolognini mutmaßte: „Nach dem Einsaugen konnten zwei Dinge passieren. Entweder wurden alle eingesaugt, oder einer wurde eingesaugt und die anderen versuchten, ihn zu retten.“ Er ergänzte: „Ihr Tauchgang war vermutlich eine Erkundungstour, um die Höhlen später genauer zu untersuchen. Stattdessen wurden sie in die Höhle gesogen.“
Bolognini geht davon aus, dass die Taucher in der Höhle „in Panik“ gerieten und „völlig desorientiert“ waren. Bei ihrer Suche nach einem Ausweg sei ihnen vermutlich die Luft ausgegangen.
Inzwischen hat sich auch die Staatsanwaltschaft in Rom in die Ermittlungen eingeschaltet. Nach Angaben der Behörden sollen die Leichen in den kommenden Tagen aus der Inselhauptstadt Malé nach Italien gebracht werden, wo sie obduziert werden sollen.
