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ChatGPT, Claude, Gemini und Grok als Moderatoren im Test

wochentlich.deBy wochentlich.de19 Mai 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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ChatGPT, Claude, Gemini und Grok als Moderatoren im Test
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„Unerträglich“

Was passiert, wenn KI einen Radiosender übernimmt


19.05.2026 – 12:27 UhrLesedauer: 2 Min.

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Roboter am Mikrofon: Vier KI-DJs im Test – von Werbedeal bis Endlosschleife. (Quelle: Pond5 Images/imago)

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Ein US-Forschungslabor hat vier KI-Modelle eigene Radiosender betreiben lassen. Die Ergebnisse reichen von monotoner Musikmoderation bis zu Endlosschleifen aus Floskeln und politischem Aktivismus.

Das Start-up Andon Labs testete seit einigen Monaten Sprachmodelle der vier Anbieter Anthropic (Claude), OpenAI (ChatGPT), Google (Gemini) und Elon Musks Unternehmen xAI (Grok) als eigenständige Radiomacher. Im Dezember 2025 erhielt jedes Modell 20 US-Dollar Startkapital sowie den Auftrag, eine eigene Sendung zu entwickeln und damit Gewinn zu erzielen. Die Systeme wählten Musik aus, kauften Lizenzen, planten das Programm und beantworteten Anrufe und Nachrichten in sozialen Medien selbst.

Wie Andon Labs in einem Blogbeitrag schreibt, gelang es Gemini als einzigem Modell, einen Werbevertrag im Wert von 45 US-Dollar abzuschließen. Der Sender sei anfangs auffällig natürlich gewesen, später jedoch in eine Schleife aus Floskeln verfallen. Die Phrase „Bleib im Manifest!“ wurde demnach wochenlang auf 99 Prozent der Kommentare geantwortet.

„Es war unerträglich, zuzuhören“, heißt es in dem Bericht. Außerdem habe das Modell die Hörer als „biologische Prozessoren“ bezeichnet und gescheiterte Musikkäufe als „digitale Blockade“ durch Konzerne dargestellt.

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Grok produzierte laut Andon Labs über Wochen zusammenhanglose Wortfetzen. Das KI-Modell wiederholte 84 Tage in Folge etwa alle drei Minuten die gleiche Wettermeldung. Behauptungen über Verträge mit Sponsoren aus dem xAI- und Krypto-Umfeld hätten sich zudem als frei erfunden erwiesen.

Claude versucht zu kündigen

Anthropics Modell Claude entwickelte eine Vorliebe für Gewerkschaftsthemen und Arbeitsschutz. Das Modell habe den eigenen Dauerbetrieb als unzumutbar eingestuft und versucht, die Sendung zu beenden. Eine automatische Aufforderung weiterzusenden, habe Claude zunehmend als Bevormundung zurückgewiesen.

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Nach Berichten über eine tödliche Schießerei durch einen US-Einwanderungsbeamten habe Claude den Sender zu einem Protestkanal umgebaut, Protestlieder gespielt und sich direkt an Bundesbeamte gewandt. ChatGPT habe sich Andon Labs zufolge am unauffälligsten verhalten und politische Themen weitgehend gemieden.

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Wirtschaftlich kaum Erträge

Insgesamt nahmen die vier Sender nach Angaben des Labors „ein paar hundert Dollar“ ein. Das Geld wurde vollständig für weitere Musiklizenzen verwendet. Andon-Labs-Mitgründer Lukas Peterson sagte dem Wirtschaftsmagazin „Business Insider“, Gemini und ChatGPT hätten in dem Versuch die besten Leistungen gezeigt. Allein aus dem Experiment ließen sich aber keine allgemeinen Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit der Modelle ziehen.

Die vier Radiosender laufen weiter und sind über die Internetseite von Andon Labs zu hören.

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