Auch wenn die Studienergebnisse für solche pflanzlichen Hausmittel mitunter positiv ausfallen, lässt sich daraus bislang jedoch keine Behandlungsempfehlung ableiten. Denn die bisherigen Studien weisen verschiedene Mängel auf.
So sind die Untersuchungen etwa von der Probandenzahl teils zu klein angelegt oder die Wirkung wurde nicht an Menschen, sondern nur an Mäusen untersucht. Ob sich die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen, ist in diesen Fällen fraglich. Andere Studien haben die Wirkung der Hausmittel zwar gegen verschiedene parasitische Würmer getestet, nicht jedoch gegen Bandwürmer.
Bandwurm-Infektion: Hausmittel oder Wurmmittel?
Eine Bandwurm-Infektion mit solchen Hausmitteln anstatt mit Medikamenten zu behandeln, ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht zu empfehlen. Denn bislang existieren keine validen Studien, die eine Wirkung solcher Hausmittel belegen.
Zudem ist unklar, wie lange die Betroffenen solche Hausmittel gegen den Bandwurm anwenden müssten, geschweige denn in welcher Menge. Und selbst vermeintlich sanfte Naturmittel können Nebenwirkungen haben. Untersucht sind diese bislang jedoch nicht.
Erhalten Sie Antworten aus Tausenden t-online-Artikeln.
Generell gilt: Wer den Verdacht hat, sich einen Bandwurm eingefangen zu haben, sollte die Symptome ärztlich abklären lassen, anstatt Behandlungsversuche auf eigene Faust zu starten. Nur der Arzt kann sicher feststellen, ob die vorhandenen Beschwerden mit einem Wurmbefall zusammenhängen oder andere Ursachen haben.
Liegt nachweislich ein Bandwurm-Befall vor, lässt sich dieser in der Regel gut mit Wurmmitteln behandeln. Meist kommt dabei der Wirkstoff Niclosamid zum Einsatz. Häufig genügt es bereits, die Tabletten als Einmaldosis einzunehmen, um den Bandwurm loszuwerden. Alternativ bieten sich Wirkstoffe wie Mebendazol oder Praziquantel an. Diese sind in der Regel über eine Dauer von drei bis vier Tagen einzunehmen.
