130 Straftaten
Arzt soll reihenweise Kinder in Klinik vergewaltigt haben
Aktualisiert am 13.05.2026 – 17:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Zwölf Jahre lang soll ein Arzt immer wieder Patienten missbraucht und vergewaltigt haben. Einen Großteil der Taten soll er an zwei Klinikstandorten verübt haben.
Ein Kinderarzt an einer Klinik im Havelland in Brandenburg wird wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in 130 Fällen angeklagt. Wie die Staatsanwaltschaft Potsdam am Mittwoch mitteilte, zählen hierzu unter anderem Vorwürfe des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie der Vergewaltigung.
Viele der Taten soll der Arzt im Dienst verübt haben, an den zwei Standorten der Havelland-Kliniken in Nauen und Rathenow. Der Beschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft. Die Taten soll der Mann im Zeitraum von Dezember 2013 bis November 2025 begangen haben.
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Der Kinderarzt sitzt seit November in Untersuchungshaft. Die Dimension der Taten war bislang nicht bekannt.
Klinik entsetzt: „Die Vorwürfe erschüttern das Vertrauen“
Die Ermittlungen waren ins Rollen gekommen, nachdem eine Mutter Anzeige erstattet hatte. Zunächst hatte nur ein Tatvorwurf im Raum gestanden: Die Behörden warfen dem Mann anfangs einen Missbrauch am 2. November in den Räumen des Klinikstandorts Rathenow vor. Nach der Anzeige der Mutter des betroffenen Kindes hatte die Polizei mehrere Objekte durchsucht. Die Staatsanwaltschaft hatte die Befürchtung geäußert, dass es weitere Fälle geben könnte.
Die Havelland-Kliniken hatten im Januar bereits angekündigt, ihre Schutzmechanismen zu überprüfen und den Fall mit Hilfe von Experten aufzuarbeiten. Bei der Untersuchung des Kindes sei das geltende Vier-Augen-Prinzip – wonach zwei Personen anwesend sein müssen – verletzt worden, hatte die Havelland-Klinikgruppe damals erklärt. Eine interne Aufarbeitung sei eingeleitet. „Die Vorwürfe erschüttern das Vertrauen von Patientinnen und Patienten und ihren Familien“, hatte der Ärztliche Direktor, Mike Lehsnau, gesagt.
