In den vergangenen Jahren hatte sich der Schauspieler vor allem seinem Privatleben gewidmet, veröffentlichte unter anderem seine Memoiren. „Das Schreiben ist mir gleich ziemlich leichtgefallen“, sagte Robert Atzorn 2020 bei einer Pressekonferenz. „Mir wurde sehr schnell klar, ich muss was geraderücken über Schauspieler. Zeigen, wie schwer der Beruf auch sein kann. Ich war ja bereits Mitte 40, als es mit der Karriere losging. Doch was war in den 20 Jahren vorher?“
In der Autobiografie „Duschen und Zähneputzen – Was im Leben wirklich zählt“ stößt man auch auf ein Stück deutscher Zeitgeschichte. Denn Atzorn litt unter seinem aus dem Krieg zurückgekehrten Vater, einem späteren Journalisten. Auch die Mutter, eigentlich Sängerin, verfiel in Schweigen und Depression.
„Es ist natürlich klar, dass wir alle von traumatisierten Eltern großgezogen sind“, so Atzorn damals. „Und natürlich sind da irrsinnige Defizite. Mein Vater konnte überhaupt keine Gefühle mehr äußern.“ Erst bei einer von ihm und seiner Frau vorgenommenen sogenannten Familienaufstellung sei klargeworden, wie tief die Verletzungen beim Vater waren. Nach dieser Erkenntnis habe er ihm verzeihen können.
Vor seinem beruflichen Durchbruch Ende der Achtzigerjahre hat er nach eigenen Worten auch seitens seiner Kollegen zahllose Genickschläge und Abstürze erfahren, nach denen er immer wieder aufgestanden ist. 2017 zog sich der Schauspieler aus dem Rampenlicht zurück. Nun ist er wieder da.
