Öl- und Gasheizkessel, die älter als 30 Jahre sind, müssen ausgetauscht werden. Es gibt aber Ausnahmen, zum Beispiel, wenn Niedertemperatur-Heizkessel oder Brennwertkessel betrieben werden. Die müssen nicht entfernt werden.
„Diese Dämmmaßnahmen sind sinnvoll und amortisieren sich schnell. Sie sollten umgehend erledigt werden, wenn es die bisherigen Bewohner nicht schon getan haben. Die finanzielle Belastung dafür hält sich in Grenzen“, sagt Holger Freitag, Vertrauensanwalt beim Verband Privater Bauherren in Berlin. „Ein Heizkesseltausch wird allerdings teurer und sollte im Zusammenspiel mit anderen energetischen Sanierungsmaßnahmen gut geplant werden.“
Sind im Haus noch Wasserleitungen aus Blei vorhanden, besteht ebenfalls umgehend Handlungsbedarf; das sieht die Trinkwasserverordnung vor. „Demnach müssen alle Bleileitungen und auch Teilstücke entfernt oder stillgelegt werden“, sagt Corinna Kodim.
Was nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist, aber bei einer Sanierung schnell zu einem großen Thema werden kann, ist die Belastung mit Schad- und Gefahrstoffen. „Die neuen Eigentümer informieren sich am besten rechtzeitig bei einem Schadstoffsachverständigen darüber, ob, wo und mit welchen Stoffen ihr Haus belastet ist“, rät Holger Freitag. In Gebäuden, die in den 70er Jahren gebaut wurden, finden sich beispielsweise oft Asbest oder giftige Chemikalien wie PCB, Dioxine, Furane, künstliche Mineralfasern, teerhaltige Kleber und vieles mehr.
„Die Kosten für den Ausbau und die Entsorgung solcher Schadstoffe können hoch sein und sollten von vornherein einkalkuliert werden. Ist der Aufwand für die Sanierung höher als der aktuelle Wert des Hauses, kann es vernünftiger sein, es abzureißen und auf dem Grundstück neu zu bauen“, sagt er. Allerdings müssten auch vor einem Abriss alle relevanten Schadstoffe ordnungsgemäß entfernt und entsorgt werden.
Eine Alternative zur Selbstnutzung und zum Verkauf der Immobilie ist die Vermietung. So kann die Miete zur zusätzlichen Einnahmequelle für die Erben werden. „Voraussetzung ist, dass sich das Haus in einem guten Zustand befindet, um es erfolgreich vermieten zu können“, sagt Corinna Kodim. „Deshalb ist vor der Vermietung meist eine Sanierung notwendig“, schätzt Corinna Kodim. „Dazu kommen die Pflichten als Vermieter. Das ist nicht jedermanns Sache.“
