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Politik

Staatsanwaltschaft fordert 15 Jahre Haft

wochentlich.deBy wochentlich.de30 April 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Staatsanwaltschaft fordert 15 Jahre Haft
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Staatsanwältin und Nebenklage

Klette-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert 15 Jahre Haft

Aktualisiert am 29.04.2026 – 13:51 UhrLesedauer: 3 Min.

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Die Staatsanwaltschaft fordert 15 Jahre Haft für Daniela Klette. (Quelle: Sina Schuldt/dpa/dpa-bilder)

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Vermummt, bewaffnet und eine Millionenbeute: Für die Staatsanwaltschaft ist klar, wer hinter einer brutalen Raubserie auf Geldtransporter und Supermärkte steckt und welche Rolle Daniela Klette hatte.

Ob die Angeklagte früher Terroristin war, ist für Staatsanwältin Annette Marquardt nach eigenen Worten nicht relevant. „Diese Raubüberfälle haben nichts mit RAF zu tun“, betonte sie in ihrem Schlusswort vor dem Landgericht Verden. Daniela Klette sei eine „Schwerverbrecherin, nicht mehr und nicht weniger“, sagte sie. „Das ist die Faktenlage.“

Für sie stehe fest, dass die Angeklagte zusammen mit ihren mutmaßlichen Komplizen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub maskiert und teils schwer bewaffnet Geldtransporter und Supermärkte in mehreren Städten überfiel. Dafür forderte die Staatsanwältin 15 Jahre Haft – wegen versuchten Mordes, schweren bandenmäßigen Raubes und Verstößen gegen Waffengesetze. Auch zwei Vertreter der Nebenkläger forderten lange Gefängnisstrafen.

„Frau Klette hat eine wunderbare Buchführung gemacht“

Laut Anklage soll das Trio in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein zwischen 1999 und 2016 mehr als zwei Millionen Euro erbeutet haben. Die Staatsanwältin sagte, Klette habe auf Kosten der Opfer mit dem geraubten Geld ihr Leben im Untergrund und ihre Urlaube finanzieren wollen, „ohne Rücksicht auf Verluste“. Die Deutsche war im Februar 2024 in ihrer Berliner Wohnung festgenommen worden, von Garweg und Staub fehlt jede Spur.

In Klettes Wohnung fanden die Ermittler zahlreiche Beweise. „Diese Wohnung war eine Asservatenkammer“, berichtete die Staatsanwältin. „Dankenswerterweise hat Frau Klette nichts weggeworfen.“ Demnach lagen dort Waffen, Munition, eine Panzerfaust-Attrappe, gefälschte Ausweise, Perücken, Gold und 240.000 Euro Bargeld.

Plädoyers im Prozess gegen Ex-RAF-Terroristin KletteVergrößern des Bildes
Die Angeklagte, Daniela Klette, verfolgte die Verhandlung. (Quelle: Sina Schuldt/dpa/dpa-bilder)

Außerdem stellten die Ermittler Fotos, Skizzen und Aufzeichnungen von Routen von Geldtransportern, ausspionierten Supermärkten und Polizeiwachen in Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sicher. „Frau Klette hat eine wunderbare Buchführung gemacht“, sagte die Staatsanwältin am ersten Tag ihres Plädoyers.

Die Polizei entdeckte in der Wohnung zudem mehrere Handys, Rechner, Sturmhauben und Flecktarnhosen. Die Kleidung sei nach all den Jahren „dankenswerterweise ungewaschen“, sagt die Staatsanwältin. Experten konnten so DNA-Spuren von Garweg und Klette nachweisen. Auch in Fluchtautos fanden die Ermittler später DNA-Spuren, darunter sollen laut einer Expertin Mischspuren von Klette sein.

Es war eine Raubserie mit hoher Beute

Die Angeklagte habe bei den ihr zur Last gelegten Raubüberfällen eine „hohe kriminelle Energie“ und ein „brachiales Vorgehen“ an den Tag gelegt, sagte Marquardt in ihrem Schlusswort. Zahlreiche Opfer kämpfen demnach noch heute mit den psychischen Folgen.

Die Höhe des geforderten Strafmaßes habe nichts mit der mutmaßlichen RAF-Vergangenheit von Klette zu tun, betonte die Anklagevertreterin. Vielmehr sei strafverschärfend zu bewerten, dass es eine Raubserie mit sehr hoher Beute und zahlreichen Betroffenen war. „Viele der Geschädigten haben Langzeitfolgen“, sagte die Staatsanwältin. Auch wenn die Opfer körperlich unversehrt blieben, seien die Überfälle gefährlich für alle Beteiligten gewesen. Reue habe die Angeklagte bis zuletzt nicht gezeigt.

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