Tarifstreit bei VHH
Verdi stellt Ultimatum – Streik am Hafengeburtstag möglich
Aktualisiert am 28.04.2026 – 09:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach acht Verhandlungsrunden liegt noch immer kein Ergebnis im VHH-Tarifstreit vor. Nun läuft eine Frist – und Verdi nennt bereits den möglichen Streiktermin.
Die achte Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt zwischen der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) ist am Montag ohne Einigung geblieben. Die Gewerkschaft hat die Gespräche daraufhin beendet und der VHH ein Ultimatum gestellt: Bis zum 3. Mai 2026, 12 Uhr, muss ein akzeptables Angebot vorliegen – andernfalls drohen erneute Streiks.
„Auch nach acht Verhandlungsrunden liegt kein verhandlungsfähiges Angebot auf dem Tisch“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Irene Hatzidimou. Der Knackpunkt: Der Arbeitgeber bestehe weiterhin darauf, die Schichten im Fahrdienst auf bis zu zehn Stunden zu verlängern. „Wir fordern die VHH auf, bis zum 3. Mai 2026, 12 Uhr, ein einigungsfähiges Angebot vorzulegen, das den Beschäftigten Entlastung bringt. Andernfalls werden wir erneut zu Streiks aufrufen.“
Im Zentrum des Konflikts steht die Forderung der Beschäftigten nach einer Arbeitszeitverkürzung sowie einer Erhöhung der Jahressonderzahlung. Das bislang vorgelegte Angebot der VHH sieht vor, die Wochenarbeitszeit ab dem 1. Januar 2028 von 39 auf 38,5 Stunden zu senken und in einem zweiten Schritt ausschließlich für Beschäftigte im Fahrdienst ab dem 1. Januar 2029 auf 38 Stunden. Verdi wertet das als unzureichend: Die Reduzierung solle mit längeren Schichtzeiten verbunden werden, sodass die Arbeitsverdichtung unter dem Strich weiter zunehme.
Tarifkommissionsmitglied Sergej Nuss, der als Busfahrer bei der VHH arbeitet, wird in der Mitteilung zitiert: „Es ist enttäuschend, dass der Arbeitgeber weiterhin an Verschlechterungen festhält. Konkret will er die Schichtlänge auf bis zu zehn Stunden erhöhen. Wir sind jetzt schon am Limit! Was wir brauchen, ist echte Entlastung.“
Sascha Bähring, Verhandlungsführer von Verdi Nord, wandte sich an Arbeitgeber und Politik: „Jetzt sind die Arbeitgeber und die Politik am Zug, ein einigungsfähiges Angebot vorzulegen, um die Streiks abzuwenden.“
Sollte die VHH die Frist ungenutzt verstreichen lassen, stellt Verdi Arbeitskampfmaßnahmen rund um den Hafengeburtstag in Aussicht, eines der größten Volksfeste der Stadt, das traditionell Hunderttausende Besucher nach Hamburg zieht. Die Gewerkschaft kündigte an, gemeinsam mit den Beschäftigten die nächsten Schritte vorzubereiten.
