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Wichtige Atlantikströmung ist näher am Kipppunkt

wochentlich.deBy wochentlich.de27 April 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Klimaforscher warnen

Kollaps von wichtiger Atlantikströmung wahrscheinlicher


Aktualisiert am 27.04.2026 – 06:15 UhrLesedauer: 3 Min.

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Die Atlantische Umwälzzirkulation (abgekürzt Amoc für Atlantic Meridional Overturning Circulation) schwächelt bereits seit Jahren. (Quelle: Felipe Dana/AP/dpa/dpa)

Eine wichtige Meeresströmung im Atlantik ist einer neuen Studie zufolge deutlich instabiler als bisher angenommen – mit potenziell gravierenden Folgen für Europa und weite Teile der Welt.

Die Atlantische Meridionale Umwälzzirkulation (Amoc) könnte sich einer neuen Studie zufolge deutlich stärker abschwächen als bislang erwartet. Mit hoher Wahrscheinlichkeit dürfte dies in einen Zusammenbruch der Strömung münden, hieß es von den Forschern um Valentin Portmann von der Universität Bordeaux. Die Ergebnisse seien „besorgniserregend“, sagte Portmann der Nachrichtenagentur AFP. Die Studie erschien im Fachmagazin „Science Advances“.

Die Strömung könne sich bis zum Jahr 2100 um 42 bis 58 Prozent verlangsamen – deutlich mehr als frühere Schätzungen ergaben (rund 32 Prozent). „Wir haben festgestellt, dass sich die Amoc stärker abschwächen wird als im Durchschnitt aller Klimamodelle erwartet. Das bedeutet, dass sich die Amoc näher an einem Kipppunkt befindet“, so der Studienleiter Portmann laut „Guardian“.

Die Amoc ist wichtig für das globale Klima. Das Strömungssystem, zu dem auch der Golfstrom zählt, funktioniert wie eine gigantische Umwälzpumpe: Es transportiert von der Sonne aufgewärmtes Wasser aus den Tropen nach Europa und in die Arktis. Dort kühlt es ab, sinkt in die Tiefe und fließt zurück. Doch genau dieser Mechanismus gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht. Bereits heute sei das System so schwach wie seit 1.600 Jahren nicht mehr, heißt es in der Studie.

Bislang lieferten Klimamodelle sehr unterschiedliche Prognosen. Zwar gingen nahezu alle Klimamodelle davon aus, dass sich die Amoc bis 2100 abschwäche. Die Prognosen variierten jedoch stark – sie reichten je nach Emissionsszenario von lediglich drei bis zu 72 Prozent. Die neue Analyse kombiniere reale Messdaten mit Modellrechnungen und solle so die Unsicherheiten reduzieren.

Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, die Studie zeige, dass die „pessimistischen“ Modelle „leider die realistischen sind, da sie besser mit den Beobachtungsdaten übereinstimmen“.

Welche Folgen ein Kollaps hätte, skizzieren die Forscher deutlich: demnach drohen unter anderem eiskalte Winter in Nordeuropa, auch in Deutschland. Es wäre eine paradoxe Folge der Klimakrise. Während die Welt insgesamt immer heißer wird, fallen die Temperaturen im Norden auf Werte unter dem vorindustriellen Niveau.

Der tropische Niederschlagsgürtel könnte sich verschieben, je nach Region könnte dies zu schweren Überflutungen oder Trockenheit kommen: Dürren in Südasien und der Sahelzone sowie steigende Meeresspiegel in Nordamerika. Auch wäre eine verringerte CO₂-Aufnahmefähigkeit des Ozeans zu erwarten.

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