
„Ausgangslage schlecht wie selten“
Erste Hitze-Prognose für den Sommer – mitten im Winter
Aktualisiert am 25.01.2026 – 12:16 UhrLesedauer: 3 Min.
Deutschland bibbert, der Januar könnte der kälteste seit 2017 werden. Doch ausgerechnet jetzt werden die Grundlagen für einen möglichen Rekordsommer gelegt.
Neue Schneefälle sind angekündigt, Eisregen verwandelt die Straßen in Rutschbahnen: Im Winter können Niederschläge schnell gefährlich werden. Aber es gibt auch Menschen, die ebenso eine Gefahr darin sehen, wenn es nicht bald deutlich stärker schneit: Unter ihnen sind zahlreiche Meteorologen.
„Die Trockenheit ist ein Thema“, findet etwa Jürgen Schmidt. Schon im Dezember sei deutlich zu wenig Niederschlag gefallen, schreibt der Diplom-Meteorologe t-online auf Anfrage. Im Januar bleibe es in vielen Regionen bisher weiterhin zu trocken: „Es fehlt der wichtige Winter-Niederschlag, der das Grundwasser auffüllt.“
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat ebenfalls bereits ein „Niederschlagsdefizit“ konstatiert, und der Diplom-Meteorologe Dominik Jung fürchtet gar, dass der Winter auf einen Negativrekord zusteuert. Er sei auf dem besten Weg in die Top Ten der trockensten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Was bisher für Ende Januar und den Februar schon absehbar sei, reiche nicht, um das Ruder noch herumzureißen.
Bodenkarten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung verdeutlichen die Sorge: Sie leuchten aktuell in Rot- und Orangetönen, wie in anderen Jahren im Hochsommer.
Dabei hatte die zweite Jahreshälfte 2025 noch eine gewisse Entspannung gebracht. In ihrer Herbstbilanz schrieben die Helmholtz-Experten, die Böden seien zumindest in den oberen 25 Zentimetern „in den meisten Regionen wieder gut mit Wasser versorgt“. Gleichzeitig hielten sie aber auch fest: „Es werden weitere niederschlagsreiche Wintermonate nötig sein, um das aufgebaute Wasserdefizit im Gesamtboden abzubauen.“
Diese bleiben jetzt aus – und das könnte ebenso erhebliche wie auch überraschend langfristige Folgen haben. „Ein trockener Winter kann die Voraussetzungen für einen sehr warmen bis heißen Sommer schaffen“, erklärt Dominik Jung auf Anfrage von t-online. „Ein Rekordtrocken-Winter erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen Hitzesommer deutlich.“











