Hoffnungsträger aus der Hansestadt
Dieser Bremer mischt die Handball-EM auf
Aktualisiert am 24.01.2026 – 18:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Ausgangslage der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der EM ist bestens – auch dank des Bremers Miro Schluroff. Helfen tut ihm besonders das „Fass im Arm“.
Die Lobeshymnen waren ihm fast schon unangenehm. Doch nach seinem starken Auftritt beim 32:30-Sieg gegen Portugal steht Miro Schluroff bei der Handball-EM im Fokus. Der Rückraumspieler rückt sportlich in den Mittelpunkt – und sorgt zugleich in seiner Heimat Bremen für Aufmerksamkeit.
Denn Schluroffs Leistungen werden auch beim ATSV Habenhausen mitverfolgt, wo der Nationalspieler seine handballerischen Wurzeln hat. Der Verein freut sich darüber, dass er im Zuge der EM-Berichterstattung mehrfach überregional erwähnt wird. „Darüber können wir uns hier im Dorf richtig und ehrlich freuen“, heißt es in einer Mitteilung.
Gegen Portugal zeigte Schluroff, warum er inzwischen eine feste Rolle im DHB-Team einnimmt. Mit sieben Treffern belebte er einen zuvor fehleranfälligen deutschen Angriff. Bundestrainer Alfred Gislason lobte: „Er war eine riesige Hilfe für uns.“ Schluroffs Aufgabe sei klar: „Miro hat die Aufgabe, zu werfen. Bei seiner Wurfkraft kann kein Torhüter den Ball sehen.“
Auch Torwart Andreas Wolff hob seine Bedeutung hervor. Schluroff habe den Angriff stabilisiert und die Würfe aus der zweiten Reihe konsequent verwandelt. „Wenn er so trifft, hast du keine Chance“, sagte Wolff. Besonders seine Wurfkraft sorgt bei der EM für Aufsehen. Mit gemessenen 134,10 km/h gab Schluroff bislang den härtesten Wurf des Turniers ab. Co-Trainer Erik Wudtke spricht vom Mann mit dem „Fass im Arm“.
Schluroff selbst bleibt zurückhaltend. „Ich bin unfassbar glücklich und froh, dass ich diese Rolle bekomme und so viel mithelfen darf. Das hätte ich vor dem Turnier nicht erwartet“, sagte der 25-Jährige. Erst seit März 2025 trägt er das Trikot der Nationalmannschaft.
Geboren im österreichischen Bregenz, wuchs Schluroff seit seinem dritten Lebensjahr in Bremen auf. Seit er drei ist, trainierte er regelmäßig beim ATSV Habenhausen – erst Fußball und Tennis, einige Jahre später wechselte er zum Handball. Sein Vater Lars Unger spielte einst als Fußballprofi unter anderem für Werder Bremen. Auch abseits des Feldes fällt Schluroff auf: Im Team gilt er als Stimmungsmacher, der für eine lockere Atmosphäre sorgt.
