Schwere Vorwürfe
Hat Clan-Familie 16-jährige Jungfrau gekauft? Prozess
23.01.2026 – 10:45 UhrLesedauer: 2 Min.
In Köln beginnt der Prozess gegen einen Roma-Clan. Dabei geht es auch um den Kauf einer 16-Jährigen und das Martyrium, das sie offenbar erleiden musste.
Seit Donnerstag müssen sich fünf Mitglieder einer Familie aus Serbien am Kölner Landgericht verantworten. Die Vorwürfe wiegen schwer: Neben systematischem Sozialbetrug in Höhe von rund 150.000 Euro wirft die Staatsanwaltschaft dem Clan auch Diebstahl, Einbruch, Menschenhandel und Geldwäsche vor.
Demnach soll die Familie auch einen Kaufvertrag für eine 16-Jährige abgeschlossen haben – für 85.000 Euro, zitieren „Bild“ und RTL aus der Anklageschrift. Der Vater des Mädchens soll seine Tochter dem Clan als Jungfrau und gute Diebin angepriesen haben, was offenbar beides das Interesse der Angeklagten geweckt hatte. Das Mädchen bekam nach der Zwangsheirat zwei Kinder und musste laut der Anklage den Clan auch bei Diebestouren begleiten.
Auf der Anklagebank in Köln sitzen drei Generationen: das Familienoberhaupt und seine Frau, die beiden Töchter sowie auch ein Enkel. Laut der Anklage soll der Älteste der Familie allein 56.000 Euro an Sozialleistungen erschlichen haben, seine Frau 34.000 Euro. Gemeinsam sollen beide weitere 19.000 Euro unrechtmäßig bezogen haben. Die vorgeworfene Methode: Die Familienmitglieder sollen untereinander Scheinmietverträge abgeschlossen haben, um höhere Leistungen zu kassieren.
Die Ermittlungen gegen die Familie laufen bereits seit 2020. Bei einer Razzia im Wohnhaus der Familie beschlagnahmten Fahnder Autos, Uhren und Bargeld. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll sich die Familie vor allem auf Einbrüche bei älteren Menschen spezialisiert haben.
Für den Prozess sind zwölf Verhandlungstage angesetzt. Bei einer Verurteilung in allen Anklagepunkten drohen den Beschuldigten Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren.
