Hanning gibt trotzdem eine optimistische Prognose. „Das immer ausgesprochene Ziel ist, eine Medaille zu holen“, sagte er. Der Weg dahin werde zwar schwer, aber: „Gegen Frankreich glaube ich, dass Deutschland von zehn Spielen realistisch drei gewinnen kann“, so seine Einschätzung. Auch die sonst so dominanten Dänen hätten seit 14 Jahren keine Europameisterschaft mehr gewonnen. „Da macht es auch wenig Sinn, vorher schon niederzuknien“, so Hanning. Das Halbfinale traut er der Mannschaft trotz der Auslosung zu. „Wenn Deutschland es schafft, das Halbfinale zu erreichen, dann ist alles möglich.“
Mit seiner italienischen Mannschaft hat Hanning eine durchwachsene Vorbereitung hinter sich. Im Testspiel gegen Rumänien gab es einen Sieg, bei den zwei Partien gegen die Färöer Inseln einen Sieg und eine Niederlage. Vor allem viele Verletzte plagen den Chefcoach. „Ich finde, wir haben sehr leidenschaftlich die Spiele absolviert, mit sehr viel Herz“, lobte Hanning seine Mannschaft. Auch offensiv habe man viele gute Lösungen gefunden, aber: „Uns fehlt im Moment noch der Zugriff in der Abwehr. Wir haben gegen die Färöer und gegen Rumänien so viele Gegentore kassiert, dass das in der Euro nicht reichen kann“, warnte er.
In der Vorrunde bekommt es Italien mit Island, Ungarn und Polen zu tun. „Für mich ist Island sicher einer der Geheimfavoriten“, analysierte Hanning. „Mit Ungarn kommt eine unglaublich kompakte Mannschaft auf uns zu, und Polen ist physisch sehr stark.“
Dennoch möchte Hanning bei der Zielsetzung nicht tief stapeln: „Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, in die Hauptrunde zu kommen“, sagte er. „Ich weiß, dass das ein großes Ziel ist. Aber solange die Spiele nicht gespielt sind, haben wir sie auch noch nicht verloren. Von daher mag ich es, hohe Ziele zu setzen, statt über Stöckchen zu springen.“
