Veröffentlicht am
Die Schweiz hat am Freitag eine landesweite Schweigeminute abgehalten, um an die Opfer eines tödlichen Barbrandes am Silvesterabend im Skigebiet Crans-Montana zu erinnern, bei dem 40 Menschen getötet und 116 weitere verletzt wurden.
Der Stille folgte fünfminütiges Läuten der Kirchenglocken im ganzen Land, zu Beginn eines nationalen Trauertages.
„Wir schulden den Betroffenen, ihren Familien und Angehörigen Respekt, Erinnerung und die Verpflichtung, alles zu tun, damit sich eine solche Katastrophe nicht wiederholt“, schrieb Schweizer Präsident Guy Parmelin am Freitag in einem offenen Brief.
Parmelin sagte, er verneige seinen Kopf vor denen, „die das Glück hatten, die Brandkatastrophe zu überleben, aber jetzt erst am Anfang eines langen Weges der Genesung stehen“.
Die Ermittler gehen davon aus, dass funkelnde Kerzen auf Champagnerflaschen das Feuer in der Bar Le Constellation auslösten, als sie zu nahe an die Decke kamen.
Die Behörden prüfen, ob die Schalldämmung der Decke den Vorschriften entspricht und ob Kerzen in der Bar erlaubt sind.
Anfang dieser Woche stellte sich heraus, dass seit 2019 keine Brandschutzinspektionen mehr durchgeführt wurden.
Gemäss den regionalen Vorschriften müssen sich alle Gebäude im Kanton Wallis, die „der Öffentlichkeit zugänglich“ sind, jährlich einer Brandschutzkontrolle unterziehen.
Aufgrund der Schwere der Verbrennungen war es schwierig, einige Opfer zu identifizieren, sodass die Familien den Behörden DNA-Proben zur Verfügung stellen mussten. Nach Angaben der Polizei waren viele der Opfer im Teenageralter bis Mitte 20.
Die Schweizer Behörden haben ein Strafverfahren gegen die Barmanager eingeleitet.
Die beiden französischen Staatsangehörigen werden nach Angaben des Oberstaatsanwalts der Region Wallis der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Brandstiftung verdächtigt.
In ihren ersten öffentlichen Kommentaren seit dem Brand sagten Jacques und Jessica Moretti am Dienstag, sie seien „am Boden zerstört und von Trauer überwältigt“ und sicherten ihre „uneingeschränkte Zusammenarbeit“ mit den Ermittlern zu.
Internationale Gäste
Zur Gedenkfeier am Freitag seien Vertreter von 37 Ländern sowie der EU eingeladen worden, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit.
Italien wird durch Präsident Sergio Mattarella vertreten und auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird anwesend sein.
Luxemburg wird durch den ehemaligen Großherzog Henri, Belgien durch Premierminister Bart De Wever und Serbien durch Außenminister Marko Đurić vertreten.
Auch die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, wird anwesend sein.
Der Schweizer Bundesrat wird durch Präsident Guy Parmelin, Bundeskanzler Viktor Rossi und weitere Minister vertreten.
Auch der gesamte Walliser Staatsrat wird anwesend sein.
Zusätzliche Quellen • AP, AFP
