Berliner Kliniken
„An Silvester könnten wir unsere Kapazitätsgrenze erreichen“
30.12.2025 – 13:01 UhrLesedauer: 4 Min.
Die Notaufnahmen in Berlin sind durch die zahlreichen Glätteunfälle derzeit stark belastet. Wie sich die Kliniken auf Silvester vorbereiten und womit Patienten rechnen müssen.
Glatte Straßen hatten nach Weihnachten zu vielen Unfälle in Berlin geführt. Während sich die Notaufnahmen nur langsam leeren, bereiten sich viele Krankenhäuser schon auf die Silvesternacht vor. Sorgen machen dabei nicht allein Verletzungen durch Feuerwerk.
Auch kurz vor Silvester sind die Kliniken noch damit beschäftigt, die Verletzten zu versorgen. Im BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) ist die Lage weiterhin angespannt. „Die Menschen stehen Schlange, die Reihe reicht fast bis auf die Straße. Es ist immer noch sehr, sehr viel zu tun“, sagt ukb-Pressesprecherin Angela Kijewski am Montag im Gespräch mit der Regionalredaktion von t-online in Berlin.
Noch immer stürzen Kijewski zufolge Menschen, weil es weiterhin glatte Stellen gibt. Oder Patienten kommen erst Tage nach einem Sturz, der ihnen jetzt erst Beschwerden bereitet.
„Das ukb ist ja schon namentlich ein Krankenhaus für Unfälle, das heißt: Wir sind auf alle Szenarien vorbereitet – personell und mit Ressourcen wie OP-Material, OP-Kapazitäten und so weiter.“ Vor allem aber sei man auf schwere komplexe Fälle eingestellt: komplizierte Brüche, schwere Verbrennungen, komplexe Handverletzungen, mehrfach Verletzte.
„Was uns aber am meisten beschäftigt, sind die leichten Fälle.“ Kijewski appelliert daher für die Silvesternacht an die Rettungsleitstellen: „Bringt uns bitte nur die wirklich harten Fälle.“ Leichtere Verletzungen könnten auch auf andere Kliniken in der Stadt verteilt werden.
Natürlich werde jeder behandelt, aber eben nach Dringlichkeit. „Wir machen eine Triage: Unsere Fachkräfte schätzen die Schwere der Erkrankung oder Verletzung ein.“ Diese Triage werde, wenn nötig, auch verschärft. „Wenn jemand mit einem einfachen verstauchten Knöchel kommt, nehmen wir das natürlich ernst. Aber dieser Mensch muss womöglich Stunden warten“, so die ukb-Sprecherin.
Personell sei man gut auf den 31. Dezember vorbereitet, speziell in der Handchirurgie, dort stehe das Doppelte oder gar Dreifache an Personal bereit – auch für den Fall von Glatteis oder Blitzeis. Aber: „Wir fürchten uns vor dieser Kombination an Silvester, wenn Glatteis und Böller zusammenkommen. Dann könnten wir unsere Kapazitätsgrenze erreichen oder sogar überschreiten“, so Kijewski.
