
Auf welche Stereotypen über afrikanische Länder stoßen Sie in Ihrer Arbeit immer wieder?
Eines der hartnäckigsten Stereotypen ist die Vorstellung, dass das, was in Afrika passiert, nichts mit „uns im Westen“ zu tun hat. Doch wie eng alles miteinander verknüpft ist, zeigt beispielsweise die instabile Lage in der Demokratischen Republik Kongo: Sie wirkt sich auf unsere Lieferketten, unsere Smartphones und unseren Alltag aus.
Braucht es Mut, solche Themen öffentlich anzusprechen und eine klare Position zu beziehen?
Manchmal ist es so. Bevor ich „Afrofluencer“ wurde, habe ich hauptsächlich humorvolle Videos gemacht. Diesen Weg zu verlassen und sich auf ernste, teilweise kontroverse Themen zu konzentrieren, war ein mutiger Schritt. Natürlich ernte ich im Internet manchmal Hass, aber dennoch schätze ich den Dialog mit meiner Community sehr.
Was gibt Ihnen Hoffnung?
Zum einen der Dialog selbst. Viele Leute schreiben mir, dass meine Inhalte sie dazu motivieren, genauer hinzuschauen, besser zu recherchieren und sich tiefer mit afrikanischen Perspektiven auseinanderzusetzen. Zweitens gibt mir die junge Generation Hoffnung – in Europa, aber insbesondere in Afrika. Junge Menschen fordern von ihren Regierungen Rechenschaftspflicht und möchten, dass ihre Stimmen gehört werden. Soziale Medien tragen überhaupt dazu bei, den Zugang zum Dialog zu eröffnen. Das stimmt mich optimistisch.










