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Finanzen

Strafzölle treffen Europas Milchindustrie hart

wochentlich.deBy wochentlich.de23 Dezember 2025Keine Kommentare2 Mins Read
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Strafzölle treffen Europas Milchindustrie hart
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Betroffen sind unter anderem bekannte Käsesorten wie Camembert und Roquefort. 2024 importierte China solche Milchprodukte aus der EU im Wert von rund 589 Millionen Dollar. Besonders hohe Zölle treffen laut chinesischem Handelsministerium Unternehmen, die sich nicht an der Untersuchung beteiligt haben, etwa die belgische und niederländische Sparte von FrieslandCampina. Ein Dutzend französische Unternehmen werden mit 29,7 Prozent belegt, während für rund 50 weitere Firmen aus Ländern wie Italien, Frankreich und Deutschland ein Satz von 28,6 Prozent gilt.

Die EU ist nach Neuseeland der zweitgrößte Lieferant von Milchprodukten für China, zugleich hat das Land seine eigene Milchwirtschaft stark ausgebaut und ist inzwischen der drittgrößte Milchproduzent weltweit. Sinkende Nachfrage – etwa durch die rückläufige Geburtenrate – und steigendes Angebot setzen den Markt zusätzlich unter Druck.

Mit dem raschen Wachstum der Branche ging lange eine aggressive Niedrigpreisstrategie vieler Handelsunternehmen und Molkereien einher. Um die Gewinne dennoch hochzuhalten, begannen einzelne Produzenten, Milch zu verfälschen – zunächst durch einfache Verdünnung mit Wasser, berichtet die Entwicklungs- und Umweltorganisation „Germanwatch“.

Der Höhepunkt dieser Entwicklung war der sogenannte Melamin-Skandal im Jahr 2008. Damals wurde die Industriechemikalie Melamin der Milch beigemischt, um einen höheren Eiweißgehalt vorzutäuschen und höhere Preise zu erzielen. Das gesundheitsschädliche Mittel gelangte auch in Babynahrung: Zahlreiche Kinder erkrankten, mehrere starben.

Der Skandal setzte die chinesische Regierung massiv unter Druck. Als Reaktion förderte sie eine stärkere Konzentration der Molkereien. Wenige große Betriebe sollten sich leichter kontrollieren lassen als viele kleinere. Das Vertrauen der chinesischen Verbraucherinnen und Verbraucher in heimische Milchprodukte gilt bis heute als erschüttert, so „Germanwatch“. Durch die neuen Zölle dürften die Preise in China für einige Käsesorten deutlich steigen.

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