360 Arbeitsplätze
Großer PVC-Hersteller in Wilhelmshaven meldet Insolvenz an
14.12.2025 – 07:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Die gesamte europäische PVC-Branche steckt in der Krise. Nun hat die Vynova Wilhelmshaven einen Insolvenzantrag gestellt.
Die Vynova Wilhelmshaven GmbH, eines der führenden europäischen PVC-Unternehmen, hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Wilhelmshaven ordnete am Freitag die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte Christian Kaufmann zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Rund 360 Mitarbeiter bangen nun um ihre Arbeitsplätze.
Die Geschäftsführung um Peter Prinz hatte die Belegschaft bereits am Donnerstag über den Insolvenzantrag informiert. Die Gehälter der Beschäftigten sind durch das Insolvenzgeld für drei Monate bis Ende Februar 2026 gesichert. Das Team des vorläufigen Insolvenzverwalters von der Pluta Rechtsanwalts GmbH ist bereits vor Ort und hat erste Gespräche mit der Geschäftsführung geführt.
„Die Rahmenbedingungen sind sicherlich nicht einfach, aber wir prüfen die Fortführung des Geschäftsbetriebs und suchen nach einer langfristigen Lösung für den Betrieb“, erklärte Kaufman. Als Gründe für die Krise in der europäischen PVC-Branche werden hohe Energiekosten, eine geringe Binnennachfrage sowie die Konkurrenz durch billige Importe genannt.
Das Werk in Wilhelmshaven produziert seit 1981 und gehört zu den größten Herstellern von Suspensions-PVC in Europa. Das Material wird in zahlreichen Produkten des täglichen Gebrauchs verarbeitet. Zudem stellt das Unternehmen Vinylchlorid-Monomer her, einen wesentlichen Baustein zur PVC-Produktion. Die Vynova Gruppe, zu der das Wilhelmshavener Werk gehört, wurde 2015 aus Bestandteilen der Chemiekonzerne Ineos und Solvay gegründet und hat ihren Hauptsitz in Belgien. Erst vor wenigen Tagen hatte Vynova bereits die PVC-Produktion in ihrem Werk im niederländischen Beek eingestellt, die Insolvenz betrifft aber nur die deutsche Gesellschaft.
