Hilfe auf Knopfdruck
So funktionieren die Notrufsäulen der BVG
11.12.2025 – 09:52 UhrLesedauer: 2 Min.
An jedem Berliner U-Bahnhof stehen Notrufsäulen der BVG – viele nehmen sie kaum wahr. Doch im Notfall können sie entscheidend sein. Wie man sie richtig benutzt.
Eine hilflose Person am Bahnsteig, Laptop in der Bahn vergessen, Kopfhörer ins Gleisbett gefallen, Aufzug kaputt: Wer in Berlins U-Bahnhöfen in eine solche Situation gerät, kann Hilfe gut gebrauchen. Doch was, wenn nicht gerade ein Sicherheitsmitarbeiter der BVG neben einem steht?
In solchen Fällen können Betroffene auf die Notruf- und Informationssäulen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zurückgreifen. Die Geräte, die es in jedem U-Bahnhof gibt, ermöglichen eine direkte Verbindung zur Leitstelle der BVG – mit einem Knopfdruck.
Die Säulen sind in den U-Bahnhöfen kaum zu übersehen. Wer nicht direkt vor einer steht, sollte an die Decke des U-Bahnhofs schauen. Piktogramme (SOS + i) in direkter Nähe machen auf die Geräte aufmerksam.
Das Prinzip der Notruf- und Informationssäule ist simpel: Drei farblich gekennzeichnete Tasten in dem Gerät lösen unterschiedliche Reaktionen aus – von Fahrplanauskunft bis zum Notruf.
Die Kommunikation läuft über Lautsprecher und Mikrofon. Eine Kamera schaltet sich nur beim Druck auf den roten Knopf zu – die Leitstelle kann dann die Lage einschätzen, BVG-Sicherheitsmitarbeiter, allgemeines BVG-Personal, Polizei oder Feuerwehr alarmieren und die Einsatzkräfte direkt zum Ort des Geschehens lenken.
Die BVG gibt an, dass allein der rote Knopf bis zu 800 Mal täglich gedrückt wird. Oft gehe es dabei um medizinische Zwischenfälle oder Fahrgäste in hilfebedürftigen Situationen, so das Unternehmen. „Drücken ist ausdrücklich erlaubt“, teilt die BVG mit.
Zwar komme es auch zu versehentlichen Auslösungen oder Fehlalarmen – doch die würden durch die zugeschaltete Kamera schnell eingeordnet. Für Fahrgäste bleibe die Nutzung niedrigschwellig, ohne dass jemand Angst haben müsse, etwas falsch zu machen. „Jede Auslösung wird individuell bewertet“, erklärt die BVG – eine eigene Fehlalarm-Statistik werde daher nicht geführt.
Sollte beispielsweise bei einem Schul- oder Kita-Ausflug die Situation entstehen, dass eines der mitreisenden Kinder es nicht rechtzeitig aus dem oder in den Wagen schafft, ehe sich die Zugtüren wieder schließen, dann könne auch in diesem Fall der rote Knopf gedrückt werden, so die BVG.
Die insgesamt 573 Notruf- und Informationssäulen der BVG sind ganzjährig rund um die Uhr aktiv. In jedem U-Bahnhof sind mindestens zwei dieser Geräte fest installiert, je nach Bauart des Bahnhofes gibt es sogar noch eine zusätzliche Säule auf der Zwischenebene
