Mega-Einsatz für Polizei
50.000 gegen AfD-Jugend: Groß-Protest in Gießen erwartet
Aktualisiert am 29.11.2025 – 04:00 UhrLesedauer: 3 Min.
AfD-Gegner mobilisieren seit Monaten. Sie wollen an diesem Samstag in Gießen die geplante Gründung einer neuen AfD-Jugendorganisation verhindern. Tausende Polizisten sind im Einsatz.
Begleitet von voraussichtlich massiven Protesten will sich die AfD an diesem Samstag in Gießen treffen, um eine neue Jugendorganisation zu gründen. Erwartet werden bei rund 30 Veranstaltungen um die 50.000 Gegendemonstranten sowie einer der größten Polizeieinsätze in der Geschichte Hessens.
Bereits für den frühen Morgen wurde zu Demonstrationen aufgerufen. AfD-Gegner wollen aus ganz Deutschland anreisen und verhindern, dass die rund 1.000 erwarteten Parteimitglieder und Gäste den Tagungsort in der Messe Gießen erreichen. Das Ziel: die Gründung der Organisation unterbinden.
Das Bündnis „Widersetzen“ kündigte an, man werde in der Kälte mit den Körpern Seite an Seite den Weg zur Halle versperren. Die mittelhessische Stadt werde an diesem Wochenende „die größte antifaschistische Mobilisierung erleben, die es in Deutschland je gab“.
Bereits am Vortag hatten mehrere Hundert Menschen in der Innenstadt gegen die bevorstehende AfD-Veranstaltung demonstriert. Die Polizei hat nach eigenen Angaben Polizeihubschrauber, Drohnen, Wasserwerfer und eine Pferdestaffel im Einsatz. Insgesamt sei eine mittlere vierstellige Zahl an Polizeikräften aus Hessen und weiteren 14 Bundesländern sowie der Bundespolizei im Einsatz, hieß es vorab.
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hatte sich mit Blick auf Gewaltaufrufe aus der linken Szene besorgt gezeigt. Er kritisierte auch die Blockade-Pläne des Bündnisses „Widersetzen“. Dieses bewege sich „in einer hochproblematischen rechtlichen Parallelwelt, wenn es sich und seinen Unterstützern ein Recht zur Verhinderung der AfD-Veranstaltung zuspricht“, sagte er. Auch die AfD könne sich auf die Versammlungsfreiheit berufen, ergänzte der Innenminister. „Die AfD ist aktuell keine verbotene Partei.“
AfD-Chefin Alice Weidel warnte vor einem „Spießrutenlauf“ für Teilnehmer des Gründungskongresses etwa auf dem Weg vom Bahnhof zur Messe. „Mir wird nichts passieren, das weiß ich“, sagte sie vorab mit Blick auf den ihr gewährten Polizeischutz. „Aber ich mache mir immer Sorgen über die Wege, die unsere Leute gehen müssen.“
