Hohe Zinsen
Warum echte Kreditkarten teuer werden können
28.11.2025 – 07:31 UhrLesedauer: 3 Min.
Schnäppchen im Onlinehandel sind in den Tagen rund um den Black Friday die Regel. Doch wer shoppt, sollte gut aufpassen: Denn manchmal wird es ungewollt teuer.
Kreditkarten mit der sogenannten Teilzahlungsfunktion (auch „Revolving“-Kreditkarten genannt) ermöglichen es, Einkäufe nicht sofort, sondern in monatlichen Raten zu begleichen. Diese Raten bestehen aus einem Tilgungs- und einem Zinsanteil. Doch wer die voreingestellten Mindestraten beibehält, zahlt oft jahrelang ab – und summiert dabei Zinskosten, die die eigentliche Kreditsumme weit übersteigen.
Die Bafin warnt, viele Verbraucher wüssten gar nicht, dass sie mit jeder Teilzahlung einen Kredit aufnehmen. Besonders problematisch ist laut der Aufsicht
Ein Rechenbeispiel der Bafin zeigt, wie die Zinskosten variieren, wenn Sie die Rückzahlung des Kredits länger strecken.
Zahlen Sie etwa 1.500 Euro Kreditkartenschulden bei einem Zins von 20 Prozent pro Jahr in den oft voreingestellten monatlichen Mindestraten von 3 Prozent der Restschuld zurück – das entspricht 45 Euro im ersten Monat und dann monatlich etwas weniger –, ergeben sich Gesamtkosten für den Kredit von rund 2.600 Euro über etwa sechseinhalb Jahre. Die Zinslast beträgt damit rund 1.100 Euro oder 44 Prozent Ihrer Kreditschuld.
Würden Sie monatlich dagegen eine feste Rate von etwa 139 Euro zahlen, wären Sie nach einem Jahr schuldenfrei und hätten insgesamt „nur“ rund 170 Euro an Zinsen bezahlt. Insofern lautet der Rat der Aufsicht, feste Raten zu vereinbaren, statt sich auf prozentuale Mindestbeträge zu verlassen, und Kreditkartenzinsen gut zu vergleichen. Es könne sich auch lohnen, umzuschulden.
Umschulden bedeutet, die Kreditkartenschulden auf einen Schlag abzulösen und sich das Geld dafür über einen regulären Ratenkredit zu leihen. Die Zinsen dafür fallen in der Regel deutlich geringer aus. Auch der Geldratgeber „Finanztip“ empfiehlt, die Teilzahlungsfunktion der Kreditkarte abzuwählen – das geht meist im persönlichen Log-in-Bereich – und wenn möglich, die Schulden direkt zu begleichen.
Banken und Kreditkartenanbieter werben für ihre Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion häufig mit dem Argument der Flexibilität: Einkäufe könnten bequem aufgeschoben und in kleinen Raten beglichen werden. Dabei sei kein separater Kreditantrag nötig. Zudem würden Kreditkarten in weltweiten Onlineshops akzeptiert. Selten jedoch legen die Anbieter transparent dar, was das an Zusatzkosten für Nutzer bedeutet.
So sehen die Verbraucherzentralen die Gefahr einer schnellen Überschuldung durch „heute kaufen, später zahlen“. Wer online shoppt, findet neben der Kreditkartenoption auch häufig sogenannte „Buy Now Pay Later“-Kredite von Anbietern wie PayPal oder Klarna. Kunden erhalten die Rechnung für eine Bestellung erst meist zwei Wochen später. Zahlen Sie dann nicht, laufe ein Kredit mit Zinsen bis zu 15 Prozent an.
