Welche Rolle spielen große Institutionen wie die Semperoper in Dresden oder der Friedrichstadtpalast inBerlin?
Sie stehen für künstlerische Qualität und die Vielfalt der deutschen Kulturszene. Sie locken zahlreiche Besucher an und fördern so den Tourismus. Der Besuch einer Show oder eines Konzerts bietet die Möglichkeit, Städte, Architektur und Savoir-vivre zugleich zu erleben. Solche Institutionen prägen das internationale Bild Deutschlands als Kulturnation, die Tradition und Innovation verbindet.
Als Präsident der KMK vertreten Sie in diesem Jahr alle Bundesländer. Was sind Ihre wichtigsten Pläne?
Zu meinen Schwerpunkten gehören neben dem Fokus auf den Kulturtourismus die Reform der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die neue Schiedsgerichtsbarkeit für NS-Raubkunst sowie der Abschluss des laufenden UNESCO-Auswahlverfahrens für immaterielles Kulturerbe.
Wie prägt die föderale Struktur Deutschlands das kulturelle Profil des Landes?
Es garantiert kulturelle Vielfalt. Da die Kulturverantwortung bei den Bundesländern liegt, können regionale Traditionen gepflegt und individuell betont werden. Keine Region muss einem bestimmten Modell folgen. Dadurch entsteht eine lebendige Vielfalt, die das ganze Land prägt.
