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Hier planten „Reichsbürger“ offenbar „Heimatschutzkompanien“

wochentlich.deBy wochentlich.de6 Februar 2024Keine Kommentare2 Mins Read
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Hier planten „Reichsbürger“ offenbar „Heimatschutzkompanien“
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Ein Netzwerk der „Reichsbürger“ plante Umsturzaktionen. Auch im Großraum Hannover waren dafür mehrere „Heimatschutzkompanien“ vorgesehen.

Die Umsturzpläne des mutmaßlichen „Reichsbürger“-Netzwerkes, das 2022 aufgedeckt wurde, reichen in die Region Hannover hinein. Nach Informationen der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ) sollten im Großraum Hannover neun sogenannte „Heimatschutzkompanien“ errichtet werden. Dabei soll es sich laut einer Anklage der Bundesanwaltschaft um militärisch organisierte Verbände handeln. Insgesamt 286 davon soll der „militärische Arm“ der Gruppe um Heinrich XIII. Prinz Reuß in ganz Deutschland geplant haben.

Gegen einige mögliche Kommandeure solcher „Heimatschutzkompanien“ soll derzeit die Generalstaatsanwaltschaft (GStA) in Celle ermitteln. Martin Appelbaum, leitender Oberstaatsanwalt, bestätigte auf Anfrage von t-online Ermittlungen gegen vier Beschuldigte. Ihnen wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens vorgeworfen.

Mit der „sehr komplexen Materie“ sei die GStA in Celle erst seit kurzem befasst: Das Verfahren sei in der ersten Januarwoche eingegangen. Aus diesem Grund wollte Appelbaum keine Details zu den Beschuldigten nennen.

Ehemaliger SEK-Polizist als Heimatschutzkommandeur?

Laut „HAZ“ soll es sich unter anderem um einen pensionierten SEK-Polizisten aus Springe handeln. Er war offenbar als Kommandeur für die Einheit „Barsinghausen Gehrden“ vorgesehen. Ein Staatsschützer vom Landeskriminalamt sollte demnach die „Heimatschutzkompanie Heidekreis/Celle“ übernehmen.

Auch in dem an den Landkreis Schaumburg angrenzenden Kreis Minden-Lübbecke (Nordrhein-Westfalen) war eine Kompanie geplant, für die eine dort beheimatete Kriminalbeamtin zuständig sein sollte. Weitere Schutzkompanien im Umkreis waren dem Bericht zufolge für die Regionen Gifhorn und Wolfsburg, Lüneburg/Uelzen/Lüchow-Dannenberg sowie Nienburg und Verden beabsichtigt.

Rekrutierungstreffen in Sehnde

Der Führungsstab des „militärischen Arms“ soll sich unter anderem mit der Rekrutierung neuer Mitglieder, der Beschaffung von Waffen und dem Aufbau einer abhörsicheren Kommunikations- und IT-Struktur befasst haben. So die Beschreibung in einer Anklage der Generalbundesanwaltschaft. In diversen Rekrutierungsveranstaltungen soll es vor allem darum gegangen sein, aktive oder ehemalige Polizisten sowie Angehörige der Bundeswehr für die Vereinigung anzuwerben.

Laut „HAZ“ war eine Zusammenkunft in einer Gaststätte in Sehnde (Region Hannover) Ausgangspunkt für mehrere solcher Treffen. Diese soll laut Angaben der Generalbundesanwaltschaft der Ex-Polizist Michael F. aus Hannover organisiert haben, berichtet die Zeitung.

Im Dezember 2022 hatte die Bundesanwaltschaft 25 Frauen und Männer festnehmen lassen. Als Rädelsführer gilt der Unternehmer Heinrich XIII. Prinz Reuß. Die Verfahren sollen vor den Oberlandesgerichten in Frankfurt, München und Stuttgart geführt werden. Weitere Verfahren gegen Dutzende mutmaßliche Unterstützer wurden an die Generalstaatsanwaltschaften der Länder abgegeben – unter anderem an die GStA in Celle.

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