Sechs Millionen Mieter überlastet
Mieterbund: „Lage am Wohnungsmarkt ist dramatisch“
06.11.2025 – 13:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Wohnen wird zunehmend zum Luxusgut: Ein neuer Report zeigt, wie drastisch die Mietbelastung in Deutschland gestiegen ist und wen es jetzt besonders trifft.
Laut dem aktuellen Mietenreport des Deutschen Mieterbundes (DMB) gelten rund sechs Millionen Mieterinnen und Mieter als „extrem überlastet“, weil sie einen Großteil ihres Einkommens für Wohnkosten ausgeben müssen. Besonders betroffen sind Haushalte mit niedrigem Einkommen, doch auch Menschen aus der Mittelschicht geraten zunehmend unter Druck.
Schon heute sind laut Studie 13 Prozent der Mieter extrem überlastet, weil sie über 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Miete und Nebenkosten aufbringen müssen. Haushalte mit Kindern sind besonders stark von steigenden Mieten bedroht und finden zunehmend seltener eine bezahlbare Wohnung. Fast jeder Dritte fürchtet steigende Mieten, viele sogar den Verlust ihres Zuhauses.
Der Mieterbund warnt: Von dieser Entwicklung sind längst nicht mehr nur die sozial Schwächsten betroffen. Auch Menschen, die über ein durchschnittliches Einkommen verfügen und über der Armutsgrenze leben, sind immer häufiger betroffen. Ihr Anteil an den Extrembelasteten hat sich seit 2020 mehr als verdoppelt.
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung – rund 52,8 Prozent – lebte 2024 zur Miete. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Mieter in Deutschland um fast drei Millionen auf über 44 Millionen gestiegen.
Der Deutsche Mieterbund sieht jetzt vor allem die Bundesregierung in der Pflicht. Präsidentin Melanie Weber-Moritz fordert entschlossenes Handeln, um die Wohnungskrise zu stoppen: „Wohnen ist ein Menschenrecht, und die Bundesregierung muss deutlich entschlossenere Schritte unternehmen, um für alle Menschen in Deutschland bezahlbaren Wohnraum zu sichern.“ Der Markt allein werde das Problem nicht lösen.
Zu den zentralen Forderungen des Mieterbundes zählen eine verschärfte Mietpreisbremse, ein besserer Kündigungsschutz sowie eine strengere Regulierung von Kurzzeitvermietungen, die dem regulären Mietmarkt Wohnungen entziehen.
Außerdem brauche es eine Wohnungsbauoffensive: Bis 2030 müsse sich der Bestand an Sozialwohnungen verdoppeln, und jedes Jahr sollten 60.000 neue bezahlbare Mietwohnungen entstehen, vor allem für Normalverdiener. Ebenso fordert der Verband, Spekulationen auf dem Wohnungsmarkt einzudämmen, um Preissteigerungen zu begrenzen und langfristig stabile Mietverhältnisse zu sichern.
