Schutz fürs Herz
Diese Impfungen sollten Sie jetzt noch vornehmen
02.11.2025 – 14:21 UhrLesedauer: 4 Min.

Impfungen beugen nicht nur akuten Infektionen vor, sondern sind auch essenzieller Schutz für das Herz. Das ist das neue Fazit der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die führende Todesursache in Deutschland und verursachen insgesamt etwa 40 Prozent aller Sterbefälle. Bisher galten vor allem hoher Blutdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen als größte Risikofaktoren für Erkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall.
Ein wichtiger Risikofaktor wurde hingegen lange unterschätzt: Viren. Sie belasten nicht nur die Atemwege, sondern oft auch das ganze Herz-Kreislauf-System. Das belegt etwa eine neue Auswertung von über 150 Studien. Die European Society of Cardiology (ESC) bewertet Impfungen gegen bestimmte Viren daher nun offiziell als eigenständige Präventionsmaßnahme für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Indes sind die Impfraten hierzulande so schlecht wie lange nicht.
Die ESC stuft Impfungen damit laut Deutscher Herzstiftung als vierte Säule der kardiovaskulären Prävention ein – gleichrangig mit der Behandlung von Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Typ-2-Diabetes. Der Grund: Infektionen lösen im Körper Entzündungen aus, die wiederum das Risiko für sogenannte atherosklerotische Herzerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche deutlich erhöhen. Das sind Erkrankungen, die durch verengte und steife Blutgefäße (Arteriosklerose) begünstigt werden.
Impfungen sollen davor schützen, sich mit Viren oder Bakterien zu infizieren und schwer zu erkranken. Die folgenden Impfungen sind laut Deutscher Herzstiftung unter kardiovaskulären Gesichtspunkten besonders wichtig:
Trotz der eindeutigen Studienlage bleibt die Impfquote in Deutschland niedrig. Nur etwas mehr als jeder dritte Mensch über 60 Jahren lässt sich gegen Grippe impfen – bei den unter 60-Jährigen mit Grunderkrankungen sind es noch weniger. Aktuell rät die Ständige Impfkommission (STIKO) Menschen mit einem hohen Risiko für Grippekomplikationen zu einer jährlichen Schutzimpfung. Dazu zählen neben Herzkranken auch Menschen mit Asthma, Diabetes oder HIV. Aber auch gesunden Menschen ab 60 Jahren sowie Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel wird zu der Impfung geraten. Ab der Grippesaison 2025/26 empfiehlt die STIKO für alle Personen ab 60 Jahren allerdings einen neuen Impfstoff.
Gegen Pneumokokken sind sogar nur 20 Prozent der über 60-Jährigen geschützt. Eine Pneumokokken-Impfung wird grundsätzlich allen Personen über 60 Jahren empfohlen. Die ESC rät alle fünf bis zehn Jahre zur Auffrischimpfung, insbesondere bei Herzinsuffizienz.
Bei der Covid-19-Impfung zeigt sich ein ähnliches Bild: Lediglich 16 Prozent der über 60-Jährigen erhielten im Winter 2023/24 die empfohlene Auffrischimpfung. Auch die Impfung gegen Gürtelrose, die seit 2018 empfohlen wird, nehmen nur etwa 21 Prozent der über 60-Jährigen wahr. Allerdings zeigt sich hier ein zunehmender Trend.
