Wichtiger Besuch in Ankara
Charlotte Merz überrascht an der Seite des Kanzlers
29.10.2025 – 17:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Bundeskanzler fliegt in die Türkei. Mit dabei: seine Ehefrau Charlotte Merz. Die Aufgaben der stillen Diplomatin.
Charlotte Merz, 64, hat ein eigenes Leben. Die Frau von Kanzler Friedrich Merz (CDU) arbeitet erfolgreich als Juristin und ist Direktorin des Amtsgerichts Arnsberg. Zuletzt begleitete sie ihren Mann Anfang Oktober zu den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken.
Auslandsreisen absolviert Charlotte Merz eher selten. Beim-G7-Treffen in Kanada nahm sie am Damenprogramm teil. Auch zur Amtseinführung des neuen Papstes Leo reiste Charlotte Merz, evangelische Christin, mit. Nun überrascht sie mit der Begleitung auf eine politische Reise.
Am Donnerstag trifft der Kanzler bei seinem Antrittsbesuch in die Türkei zu Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Mit dabei: Charlotte Merz.
Schon mit der Zusammensetzung seiner Delegation setzt Merz damit ein Zeichen, dass es sich um mehr als einen Routinebesuch handelt.
Für Merz ist es einer seiner wichtigsten Antrittsbesuche. Er will das in den letzten Jahren sehr schwierige Verhältnis mit der Türkei wieder positiv besetzen. Den Ton dafür hatte Außenminister Johann Wadephul vor knapp zwei Wochen bei seinem Besuch in Ankara gesetzt. Die Türkei sei ein „strategischer Partner in allen unseren außenpolitischen Belangen und ein guter Freund“, sagte er. „Wir wollen insgesamt eine Positivagenda.“
Für die soll auch Charlotte Merz sorgen. Nach Einschätzung der „Berliner Morgenpost“ sendet die Reise der Kanzer-Ehefrau zwei Signale: „Erstens: Wertschätzung für den Gastgeber. Zweitens: Seht her, der deutsche Kanzler hat eine moderne, selbstbewusste, hoch qualifizierte Frau an seiner Seite.“
Emine Erdoğan, 70, die Frau des türkischen Staatschefs, sendet schon allein durch das Tragen ihres Kopftuchs politische Signale. So rüttelt Recep Tayyip Erdoğan am kemalistischen Dogma der türkischen Staatsgründers Kemal Atatürk: der Trennung von Staat und Religion. Merz setzt mit der Begleitung seiner Frau ein Gegenzeichen.
Der Kanzler hält sich bislang in Sachen Türkei bedeckt. Direkte Kritik etwa am um Umgang mit Opposition und Zivilgesellschaft blieb zumindest auf offener Bühne aus. Unklar ist, inwieweit der neue Haftbefehl gegen den türkischen Oppositionspolitiker Ekrem Imamoğlu oder die Themen Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte insgesamt nun beim Merz-Besuch eine Rolle spielen werden. Die Nichtregierungsorganisationen Reporter ohne Grenzen und Human Rights Watch haben klare Worte von Merz gefordert.
Merz und Erdoğan hatten sich zuletzt vor gut zwei Wochen bei der historischen Friedenszeremonie für Gaza von US-Präsident Donald Trump in Ägypten gesehen. Die Lage in Gaza dürfte auch beim Treffen in Ankara ein dominierendes Thema sein. Auch im Krieg zwischen Russland und der Ukraine versucht Erdoğan zu vermitteln.
