Das sind die Testsieger
ADAC-Kindersitztest: Drei Modelle fallen durch
Aktualisiert am 21.10.2025 – 10:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Zwei Kindersitze versagten im Crashtest und bergen ein hohes Verletzungsrisiko – schon vor dem Ende des ADAC-Tests warnten die Prüfer öffentlich. Jetzt liegen die vollständigen Ergebnisse vor.
Schon mitten im Test schlug der ADAC Alarm: Zwei Kindersitze fielen im Frontalcrash durch – sie lösten sich aus ihrer Verankerung. Jetzt liegt der vollständige Kindersitztest vor. Getestet wurden 17 Modelle, darunter sechs Babyschalen und elf Sitze für größere Kinder. Fünf davon konnten die Note „gut“ erzielen. Drei hingegen erhielten die Bewertung „mangelhaft“.
Bei den Babyschalen erhielt die „Joie i-Level Pro“ eine gute Bewertung – insbesondere dann, wenn sie ohne die optional erhältliche Isofix-Basis montiert wird. Das Modell zeigte stabile Sicherheitsleistungen, sofern korrekt eingebaut.
Unter den Sitzen für Kleinkinder schnitt der „Besafe Beyond 360“ in Kombination mit der Isofixstation Beyond Base am besten ab. Als einziges Produkt erreichte es sowohl im Bereich Sicherheit als auch in der Gesamtwertung die Note „gut“.
Auch bei den Sitzen für größere Kinder gab es empfehlenswerte Modelle: Der „Britax Römer Kidfix Pro“ und der „Axkid Up“ überzeugten mit guten Ergebnissen.
Drei Modelle wurden mit „mangelhaft“ bewertet. Bereits Anfang Oktober hatte der ADAC öffentlich vor zwei Produkten gewarnt: Der „Chipolino Olympus i-Size“ und der „Reecle 360“ (auch bekannt als ZA10 i-Size oder 946i i-Size) versagten beim Frontalaufprall vollständig – sie lösten sich aus ihrer Verankerung. Besonders problematisch: Diese Sitze wurden entgegen der Fahrtrichtung getestet – also in der Position, in der viele Kinder unter zwei Jahren transportiert werden. Während sich der Reecle 360 bei einem Aufprall nur noch am Zusatzgurt hielt, wurde der Chipolino-Sitz gänzlich aus der Halterung gerissen. Der ADAC spricht in beiden Fällen von einem erheblichen Verletzungsrisiko. Bei dem Produkt von Chipolino wurden zudem gesundheitsgefährdende und umweltkritische Schadstoffe nachgewiesen.
Der dritte durchgefallene Sitz, der „Maxi-Cosi Nomad Plus“, zeigte im Crashtest noch akzeptable Leistungen. In einer anderen Prüfdisziplin wurde das Modell jedoch zum Problemfall: Der ADAC wies eine stark erhöhte Belastung mit PFAS nach – das sind langlebige, potenziell gesundheitsschädliche Umweltchemikalien. Der gemessene Wert überschritt die gesetzlichen Grenzwerte. Das getestete Modell wurde im Sommer 2024 produziert, laut Hersteller wurde die Fertigung inzwischen umgestellt. Seit März 2025 sollen alle ausgelieferten Sitze frei von PFAS sein. Ob sich im Handel noch ältere Modelle befinden, lässt sich allerdings nicht ausschließen: Produktionsdaten sind laut ADAC nicht einheitlich gekennzeichnet und daher nicht auf den ersten Blick ablesbar.
