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Gesundheit

Schadstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln: Die häufigsten im Überblick

wochentlich.deBy wochentlich.de15 Oktober 2025Keine Kommentare4 Mins Read
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Schadstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln: Die häufigsten im Überblick
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Riskante Präparate

Schadstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln – diese kommen oft vor


15.10.2025 – 15:20 UhrLesedauer: 3 Min.

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Schadstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln sind ein Problem. Unter anderem stecken sie in Präparaten für Sporttreibende. (Quelle: Olena Miroshnichenko/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

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Wer Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, geht ein Risiko ein – unter anderem, weil Schadstoffe enthalten sein können. Die häufigsten im Überblick.

Hierzulande nehmen etwa zwei Drittel der Erwachsenen und 5 bis 20 von 100 Kindern Nahrungsergänzungsmittel ein. Dahinter stecken meist eine Hoffnung und ein Trugschluss. Die Hoffnung: Ohne ärztliche Hilfe auf möglichst natürliche Weise die eigene Gesundheit fördern. Der Trugschluss: Wenn ein Mittel rezeptfrei in der Drogerie, der Apotheke oder im Internet angeboten wird, kann es doch nicht gefährlich sein!

Die teilweise teuren Präparate sind allerdings keineswegs immer unbedenklich und erst recht nicht immer der Gesundheit zuträglich. Manche von ihnen enthalten Stoffe, die den Körper belasten und sogar krank machen können. Wie das zu erklären ist und um welche Schadstoffe es in vielen Fällen geht, erfahren Sie in den folgenden Kapiteln.

Anders als Medikamente benötigen Nahrungsergänzungsmittel keine offizielle Zulassung durch eine Behörde, um verkauft werden zu dürfen. Denn in der EU gelten sie nicht als Arzneimittel, sondern als Lebensmittel. Nach den Lebensmittelvorschriften tragen die herstellenden Firmen die Verantwortung für die Sicherheit ihrer Produkte. Einen Nachweis für deren gesundheitliche Unbedenklichkeit müssen die Unternehmen jedoch nicht erbringen.

So erklärt sich, warum schadstoffhaltige Nahrungsergänzungsmittel überhaupt auf den Markt kommen können. Die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer führen zwar Kontrollen durch, doch diese erfolgen nicht flächendeckend, sondern stichprobenartig und risikoorientiert. Letzteres bedeutet: Vorrangig werden Produkte überprüft, die aufgrund bestimmter Merkmale als potenziell riskant eingestuft werden – etwa, weil es mit dem Hersteller oder den Inhaltsstoffen in der Vergangenheit schon Probleme gab.

Entdeckt eine Lebensmittelüberwachungsbehörde in Deutschland (oder einem anderen Land in der EU) einen riskanten Stoff in einem Lebensmittel, einem Futtermittel oder einem Nahrungsergänzungsmittel, gibt sie diese Information an alle EU-Mitgliedstaaten weiter, und zwar über das europaweite Schnellwarnsystem RASFF (Rapid Alert System for Food and Feed).

Laut dem RASFF beziehen sich die Warnungen am häufigsten auf folgende Stoffe:

  • in Europa nicht zugelassene und teils gefährliche Substanzen, darunter Arzneiwirkstoffe oder Extrakte aus exotischen Pflanzen (insbesondere in Präparaten, die die Potenz steigern, die sportliche Leistungsfähigkeit erhöhen oder schlank machen sollen)
  • zu hoch dosierte Vitamine (vor allem Vitamin B6, Niacin, Vitamin D, Vitamin B12 und Vitamin E) und Spurenelemente (etwa Zink, Selen und Kupfer)
  • Schwermetalle wie Arsen, Blei oder Quecksilber, beispielsweise in Präparaten aus Meeresalgen, Kieselerde- oder Tonerde-Produkten, ayurvedischen Nahrungsergänzungsmitteln und Kurkuma-Präparaten
  • krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), zum Beispiel in Nahrungsergänzungsmitteln mit Matcha-, Ginkgo-, grünem Kaffee-, Brahmi- oder Propolis-Pulver sowie Spirulina-Produkten
  • Krankheitserreger wie Salmonellen, EHEC, Listerien und Noroviren, besonders in Blatt- und Grasprodukten aus Weizengras, Gerstengras, Moringa-, Oliven- oder Tulsi-Blättern und Chlorella-Algen
  • natürliche, in zu hoher Dosierung leberschädigende Schadstoffe in pflanzlichen Präparaten, etwa Blausäure in Extrakten aus Aprikosenkernen, Cumarin in Zimtkapseln und Nahrungsergänzungsmitteln mit Steinklee, Pyrrolizidinalkaloide in Wasserdost-, Huflattich- und Borretsch-Produkten, Microcystine in Präparaten aus der AFA-Alge oder Antrachinone in Aloe-vera-Produkten

Außerdem hat sich gezeigt, dass einige beliebte Nahrungsergänzungsmittel die Leber schädigen können. Dieses Risiko besteht insbesondere bei hoch dosierten Präparaten. Vorsicht ist geboten bei:

  • Grüntee-Extrakt
  • Ashwagandha (Schlafbeere, soll Stress lindern und den Schlaf verbessern)
  • Garcinia cambogia (hilft angeblich beim Abnehmen)
  • Polygonum multiflorum (soll unter anderem die Fruchtbarkeit steigern)
  • Baikal-Helmkraut (Scutellaria baicalensis) gegen Haarausfall
  • anabolen Steroiden (können insbesondere Bodybuilding-Produkten illegal beigemischt sein)
  • Kurkuma/Curcumin in hoher Dosierung

Wer über die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels nachdenkt, sollte sich über die Risiken im Klaren sein und zunächst mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Geht es darum, bestimmte Beschwerden zu lindern, ist eine gezielte (und erwiesenermaßen wirksame) Therapie meist sinnvoller – und häufig notwendig. Wenn die Einnahme der Verbesserung der Gesundheit oder des Aussehens dienen soll, gibt es oft andere – sicherere – Möglichkeiten, um die erwünschten Wirkungen zu erzielen. Auch darüber kann die Ärztin oder der Arzt informieren.

Für den Kauf selbst gilt: Nahrungsergänzungsmittel aus den USA, Kanada, Asien und Osteuropa sind häufiger belastet und eher zu meiden. Produkte aus heimischen Supermärkten, Drogerien, Reformhäusern oder Apotheken sind in vielen Fällen sicherer.

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Verbraucherwarnungen zu Nahrungsergänzungspräparaten.

Treten nach der Einnahme unklare Beschwerden auf, gilt es, unverzüglich ärztlichen Rat einzuholen. Die betroffene Person sollte den Namen des Präparats am besten nennen oder die Packung mit in die Praxis bringen. So kann die Ärztin oder der Arzt schnellstmöglich einschätzen, ob die Symptome durch das Nahrungsergänzungsmittel verursacht sein könnten und welche Maßnahmen – abgesehen vom sofortigen Absetzen des Mittels – notwendig sind. Das rasche ärztliche Einschreiten ist entscheidend, um schwerwiegende und unter Umständen lebensbedrohliche Konsequenzen zu verhindern.

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