„Sehr viel Leid gebracht“
33-Jähriger nach Messerangriff in Hamburg verurteilt
13.10.2025 – 18:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein 33-Jähriger ist wegen eines Messerangriffs auf seine Familie in Hamburg verurteilt worden. Die beiden Opfer seien arglos gewesen, die Attacke heimtückisch.
Ein 33-jähriger Mann ist vom Hamburger Landgericht zu neun Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte am 14. Februar seinen Schwiegervater und Schwager mit einem Messer angegriffen. Der Angriff ereignete sich an der Wohnungstür des Schwiegervaters, der dabei einen fünf Zentimeter tiefen Stich in den Brustkorb erlitt. Der Sohn des Verletzten kam seinem Vater zu Hilfe und wurde ebenfalls schwer verletzt, konnte den Angreifer jedoch in die Flucht schlagen.
Die Vorsitzende Richterin erklärte in ihrer Urteilsbegründung, dass der Angeklagte „sehr viel Leid über die gesamte Familie gebracht“ habe. Sie betonte, dass der Täter aus „Wut und einem Gefühl der Kränkung“ gehandelt habe. Der Angriff sei heimtückisch gewesen, da die Opfer nicht mit einem Angriff gerechnet hätten. Der jahrelange Familienstreit, der der Tat vorausging, verschärfte die Situation weiter.
Der Angeklagte hatte sich am Tatabend als Paketbote ausgegeben, um in das Mehrfamilienhaus zu gelangen. Nach der Tat war er zunächst geflüchtet, wurde jedoch zwei Wochen später in Dortmund verhaftet. Die Polizei konnte ihn in einer Gaststätte lokalisieren und festnehmen. Der Anwalt der Nebenkläger äußerte, dass die Tat „das Leben zweier Familien für immer verändern“ könnte.
Im Gericht zeigte der Angeklagte Reue und sagte: „Was in der Familie passiert ist, macht mich sehr traurig.“ Seine Anwälte hatten eine mildere Strafe gefordert, da er sich in einem „psychischen Ausnahmezustand“ befunden habe. Die Tat sei die Folge von „jahrelanger Demütigung“ und „fortlebender Feindseligkeit“ gewesen.
