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Bunter Kleinwagen spaltete die Gemüter

wochentlich.deBy wochentlich.de13 Oktober 2025Keine Kommentare2 Mins Read
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Bunter Kleinwagen spaltete die Gemüter
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Sondermodell Harlekin

Dieser VW Polo spaltete die Gemüter


13.10.2025 – 10:14 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Kunterbunter Polo: Der Harlekin entstand aus einer Werbeidee. (Quelle: Volkswagen)

Eigentlich sollte er nur in kleinster Auflage gebaut werden – doch der farbenfrohe Polo Harlekin entwickelte sich vor 30 Jahren zur Überraschung vieler zum Serienmodell.

Ginstergelb, Flashrot, Pistaziengrün und Chagallblau: Wer einen Polo Harlekin bestellt hatte, bekam alle vier Farben auf einmal – auf einem Auto. Das bunte Sondermodell war so ungewöhnlich, dass es im streng organisierten VW-Konzern eigentlich gar keinen Platz hätte haben dürfen. Und doch rollten zwischen 1995 und 1997 insgesamt 3.806 Exemplare vom Band. Das war nicht geplant – zumindest nicht am Anfang.

Die Idee zum Harlekin entstand 1994 auf Initiative von VW-Auszubildenden. Ihre Vision: ein Polo aus verschiedenfarbigen Karosserieteilen, der zeigen sollte, wie flexibel sich die gerade neu erschienene dritte Polo-Generation konfigurieren ließ. Die Verantwortlichen im Marketing griffen den Vorschlag auf, schalteten Anzeigen und ließen zwanzig sogenannte „Ur-Harlekine“ bauen. Sie landeten in den Showrooms der Händler – sozusagen als mobile Werbeflächen für das neue Baukastensystem.

Ob die Kunden dieses verstanden, sei dahingestellt – während manche den Farbmix eher furchtbar fanden, gefiel anderen aber die Idee eines wild zusammengewürfelten Autos. Auf eine Anzeige mit einem der Prototypen hin forderten viele Interessenten dieses Auto in genau diesen Farben. Und VW lieferte.

Aus einer bunten Spielerei wurde ein Serienmodell. Zwischen 1995 und 1997 produzierte Volkswagen genau 3.806 Exemplare des Polo Harlekin – auf eher unkonventionelle Weise. Statt jedes Fahrzeug einzeln zu lackieren, gingen zunächst jeweils vier einfarbige Polos vom Band: je einer in Blau, Rot, Grün und Gelb. Danach folgte ein farbenfroher Karosserietausch. Die Werksteams zerlegten die Fahrzeuge und setzten die Blechteile neu zusammen – nach einem festen Schema, das am Ende vier festgelegte Farbkombinationen ermöglichte.

Die Ursprungslackierung blieb dabei immer erkennbar, nämlich an Dach, Schweller und im Motorraum. Dort zeigte sich auch, was offiziell als „Farbe“ in den Fahrzeugpapieren eingetragen war – und woran sich heute noch der Ursprungston jedes Harlekin-Polo ablesen lässt.

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