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Giesinger Italiener wagt den Schritt an den Viktualienmarkt

wochentlich.deBy wochentlich.de2 Februar 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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Giesinger Italiener wagt den Schritt an den Viktualienmarkt
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Die Gastronomie in München ächzt unter hohen Kosten und der Mehrwertsteuererhöhung auf Speisen. Ein Italiener aus Giesing expandiert gerade jetzt.

Im Hintergrund trällert Eros Ramazzotti aus der Musikanlage, während das Klappern von Kochtöpfen zu hören ist. Stefano Mario D’Amato steht in seiner offenen Küche und streicht mit dem Kochlöffel durch die Pfanne. In Giesing nennen sie ihn alle nur Stefano. Der 39-Jährige betreibt im Arbeiterviertel seit den 1980er Jahren sein Lokal „Cannova“, seit August 2019 auch einen dazugehörigen Feinkostladen.

Es gehört zu Giesing wie das Stadion von 1860, das gegenüber auf der anderen Straßenseite den Giesinger Berg prägt. Doch Stefano D’Amato träumte schon lange von einem zusätzlichen Bistro in der Innenstadt, erzählt der gebürtige Münchner mit süditalienischen Wurzeln. Seit Kurzem ist sein Traum wahr geworden. D’Amato hat am Viktualienmarkt ein weiteres Restaurant eröffnet. Ausgerechnet hier, möchte man sagen, und ausgerechnet in diesen schwierigen Zeiten für Gastronomen.

25 Leerstände zwischen Stachus, Sendlinger Tor und Marienplatz

Die Inflation, die hohen Energiekosten und jetzt auch noch die Mehrwertsteuererhöhung auf Speisen von sieben auf 19 Prozent machen der Münchner Gastronomie wie andernorts in Deutschland schwer zu schaffen. Hinzu kommen immer mehr Leerstände im Einzelhandel, selbst mitten in der Isarmetropole. „Leerstände sind weder für Besucher noch für umliegende Unternehmen schön“, sagte Wolfgang Fischer vom Geschäftsleute-Verein City-Partner kürzlich der „tz“.

Die Münchner Tageszeitung zählte jüngst 25 Leerstände zwischen Stachus, Sendlinger Tor und Marienplatz. Genau zwischen diesem Dreieck liegt das „Barissimo am Viktualienmarkt“ von Stefano D’Amato. Er versprüht Aufbruchstimmung. Diese Chance bedeute ihm „die Welt“, sagt er und hat direkt fünf Mitarbeiter eingestellt. Kochen will er vor allem für seine Münchner, die Touristen, meint er, kommen ja kaum über den Viktualienmarkt hinaus.

„So kommst du schnell auf 15 Prozent Mehrkosten“

Exemplarisch für die schwierige Situation der Wirte in München sagt Gastronom Gregor Lemke vom Augustiner Klosterwirt: „Es wurde an jeder Schraube gedreht. Zwischen 2021 und 2022 hatten wir elf Prozent Inflation. In diesem Jahr musst du noch mal 3,5 Prozent Inflation einrechnen. Ab dem 1. Januar 2024 steigt zudem der Mindestlohn. Dann rechnest du noch zwölf Prozent mehr Mehrwertsteuer auf Speisen. So kommst du schnell bei 15 Prozent Mehrkosten raus“, so Lemke zu t-online.

„Wer sich in der Stadt nicht auskennt, muss hier am Viktualienmarkt nicht aufmachen. Du musst abliefern, die Leute müssen dich kennen“, gibt Stefano D’Amato mit Nachdruck zu verstehen. Der Wirt kennt sich in der Branche aus, und die Stadt kennt ihn. Am Nebentisch sitzen fünf Geschäftsleute, einer erzählt, dass er für Stefanos Carbonara früher extra nach Giesing fuhr.

Der italienische Wirt hat einst als Mitarbeiter in der weitläufig bekannten „Bar Centrale“ hinter dem Marienplatz angefangen und sich Stück für Stück hochgearbeitet. Als er jetzt das Bistro in der Blumenstraße mit Blick auf die Schrannenhalle angeboten bekam, sei es den Hausbesitzern wichtig gewesen, erzählt er, dass ein Münchner Original kommt. Nicht die x-te Burgerkette.

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