Im aktuellen Kader stehen ebenfalls etliche Talente, die das Potenzial besitzen, künftig für die deutsche A-Auswahl aufzulaufen. Dazu zählen die 17-jährige Kassandra Potsi oder die 18-jährige Leonie Köpp. Auch Spielerinnen wie Natasha Kowalski (22), Lany Mia Bäcker (17) oder Paulina Platner (19) liefen bereits für die U-Auswahlen des DFB auf. Doch ihre Qualitäten stellen die jungen Spielerinnen noch zu selten unter Beweis. Schon vor der Wolfsburg-Partie kritisierte Augustin deshalb Kowalski und Platner.
Die ehemalige VfL-Akteurin müsse im Spiel „einfach härter arbeiten und durch deutlich mehr Laufarbeit zeigen, dass sie da ist“, sagte der Coach über Kowalski und machte damit indirekt deutlich, dass er mit ihrer Einstellung nicht vollends zufrieden ist. Bei Platner überwog in der Kritik der sportliche Aspekt.
„Sie benötigt im zentralen Mittelfeld zu viele Kontakte, um Pässe zu spielen. Bis der Ball ankommt, dauert es noch zu lange, das weiß sie“, sagte Augustin. Auch eine „konstantere Technik“ forderte er von seiner Spielerin. Das brauche aber „noch ein bisschen Zeit und Training für die Entwicklung“, sagte er. Zeit, welche die SGS in dieser kritischen Phase womöglich nicht hat.
Bitter ist für den Klub derweil auch der Ausfall von Lilli Purtscheller. Die österreichische Nationalspielerin zählte in den vergangenen beiden Saisons zum Stammpersonal im Essener Mittelfeld. Seit Juli fällt die 22-Jährige jedoch aus. Im Training riss Purtscheller sich das Kreuzband. Ein Einsatz vor der Rückrunde gilt als ausgeschlossen. Heißt: Augustin muss die Wende in den kommenden Wochen mit den ihm verfügbaren Spielerinnen meistern.
Die Aufgaben werden für die Essenerinnen jedoch nicht leichter. Bereits am Freitag steht das knifflige Gastspiel bei RB Leipzig auf dem Plan. Eine Woche später empfängt das Team die TSG Hoffenheim um DFB-Stürmerin Selina Cerci. Anfang November geht es dann zum wohl schwersten Auswärtsspiel des Jahres: Essen gastiert beim deutschen Meister FC Bayern.