Oktoberfestattentat 1980
Die Wiesn im Fokus des Terrors
01.10.2025 – 13:24 UhrLesedauer: 3 Min.
Eine Explosionsserie erschüttert München. Die Wiesn macht kurzfristig dicht. Erinnerungen an das Oktoberfestattentat von 1980 werden bei vielen wach.
Erst in der vergangenen Woche ging der Blick am Rande der Wiesn zurück. Von „einer Geschichte des langen Ringens um Wahrheit und Anerkennung“ sprach Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am vergangenen Freitag. Nur ein paar hundert Menschen waren gekommen. Dabei ging es um einen besonderen Jahrestag: Das Oktoberfestattentat vom 26. September 1980 jährte sich zum 45. Mal. Dreizehn Menschen wurden damals durch eine Bombe getötet, mindestens 221 weitere wurden verletzt. Das Attentat ist der schwerste Terroranschlag in der bundesdeutschen Geschichte.
Noch sind die Hintergründe der aktuellen Anschlagsserie unklar. Aber bei vielen Menschen in München werden Erinnerungen an jenen Tag im September 1980 wach.
Schon wenige Wochen nach der Tat, am 14. Oktober 1980, legten sich die Ermittler auf eine Einzeltäterthese fest. Demnach handelte Köhler allein, mutmaßliches Motiv Liebeskummer.
Schon wenige Wochen nach der Tat aber kamen auch Zweifel an Köhler auf. Hoffmann war kurz nach dem Attentat nach Syrien ausgereist. In seiner Begleitung der Neonazi Walter-Ulrich Behle. Er traute sich nach Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ kurz nach der Flucht in Syrien einem Barmann in einem Hotel in Damaskus. So wandte sich der Barmann an den BND-Vertreter in der deutschen Botschaft in Syrien.
Doch in der Heimat passierte erstmals nichts. Das Attentat fiel in die Endphase des Bundestagswahlkampfs 1980. Bayerns legendärer Ministerpräsident Franz Josef Strauß (CSU) wollte den noch legendäreren Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) ablösen. Rechter Terror, zumal in Bayern, passte da nicht ins Bild. „Heute gibt es keine Gefahr mehr von rechts, weder zur Zeit noch in naher Zukunft“, erklärte Strauß in einem TV-Interview.
Strauß verlor die Bundestagswahl knapp. Die Einzeltäterthese aber hielt sich beharrlich. Erst im vergangenen Jahrzehnt wurden neue Ermittlungen aufgenommen. Neue Zeugen meldeten sich und auch alte, die ihre Beobachtungen von damals wiederholten. „Man wollte nicht wahrhaben, dass es mehrere Täter waren“, sagt Toni Müller vor zehn Jahren der „Süddeutschen Zeitung“. Müller wurde damals beim Oktoberfestattentat verletzt und lag auf der Intensivstation. Erst nach dem 14. Oktober wurde er vernommen. Da aber hatten sich die Fahnder schon auf Gundolf Köhler als Einzeltäter festgelegt.
