„Zutiefst schockiert und verletzt“
BVB veräppelt stotternde Influencerin
26.09.2025 – 02:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine britische Influencerin wirft Borussia Dortmund vor, ihr Stottern in einem Clip in den sozialen Medien für Clickbait missbraucht zu haben. Der Klub reagierte sofort.
Die walisische Influencerin Jessie Yendle hat Borussia Dortmund vorgeworfen, sich in einem Videoclip in den sozialen Medien über ihr Stottern lustig gemacht zu haben. Die 30-Jährige hat auf der Plattform TikTok mehr als 3,5 Millionen Follower und setzt sich mit ihren Beiträgen für mehr Bewusstsein für Menschen mit Sprachstörungen ein.
Konkret geht es um ein Video, das der BVB Anfang August auf TikTok veröffentlichte. In dem Clip war zu sehen, wie Jessie Yendle beim Stottern Schwierigkeiten hatte, einen Laut auszusprechen, bevor die Wiederholung in den Beginn eines beliebten TikTok-Dance-Tracks überging, der über Aufnahmen des Stürmers Serhou Guirassy abgespielt wurde.
Die Britin zeigte sich alles andere als einverstanden mit der Darstellung. Yendle sagte der BBC, sie sei „zutiefst schockiert und verletzt“ gewesen, als sie sich selbst in dem inzwischen gelöschten Beitrag sah. Man habe sich über ihre Sprachbehinderung lustig gemacht – „auf öffentlicher Bühne“. Das Video des deutschen Fußballklubs sei für sie nichts anderes als „Clickbait auf Kosten einer Stotternden“.
Das Video wurde laut BBC über 760.000 Mal angesehen, bevor es gelöscht wurde. Borussia Dortmund erklärte schließlich, man sei „zutiefst betroffen“ über die Reaktion und habe Yendle zu einem Champions-League-Spiel eingeladen, um ihr zu zeigen, „dass wir bei Borussia Dortmund gute Menschen sind“. Es sei nicht die Absicht des Bundesligisten gewesen, „jemanden in Verlegenheit zu bringen, zu beleidigen oder anzugreifen“, teilte ein BVB-Sprecher mit.
Doch die Influencerin ließ das Angebot unbeantwortet. Sie kritisierte, der Klub habe sich zwar entschuldigt – jedoch ohne echtes Interesse einer Auseinandersetzung mit dem Thema: „Auf einer solchen öffentlichen Bühne so verspottet zu werden. Da dachte ich mir: ‚Nein danke, Sie können Ihre Fußballkarten behalten'“, sagte Yendle gegenüber der BBC. „Das war wie eine Entschuldigung nach schlechtem Kundenservice“, sagte sie.
Auch der Triathlon-Veranstalter Ironman hatte zuvor ein ähnliches Video mit Yendle gepostet – ebenfalls später gelöscht, ebenfalls mit Entschuldigung. Doch auch hier zeigt sich die Influencerin unzufrieden.
Yendle erklärt: „Ich möchte, dass sie sich bei meiner Gemeinde entschuldigen, denn es gibt so viele Menschen mit Sprachbehinderungen, die sich dieses Video ansehen mussten.“ Es gehe um mehr als nur ein Video. „Es gibt auch Kinder und Teenager, die durch die sozialen Medien scrollen und diesen Clip gesehen haben. Möglicherweise haben sie eine Sprachbehinderung.“
