Wenn Prostata und Blase Probleme machen
Experten erklären, welche Therapien Männern ab 50 helfen
25.09.2025 – 11:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Viele Männer ab 50 haben mit nächtlichem Wasserlassen oder Urinverlust zu tun. Oft steckt eine vergrößerte Prostata dahinter. Dagegen gibt es wirksame Therapien.
Bis zu 40 Prozent aller Männer über 50 leiden an Symptomen des unteren Harntrakts. Dazu zählen häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen oder Probleme dabei, die Blase vollständig zu entleeren. Für viele bedeutet das eine erhebliche Einschränkung im Alltag. Bleiben die Beschwerden unbehandelt, drohen Komplikationen wie Harnverhalt, Infektionen oder eine eingeschränkte Nierenfunktion.
Mediziner wissen heute genau, wie sich Prostata- und Blasenprobleme behandeln lassen. Je nach Ursache kommen Verhaltenstraining, Medikamente oder moderne Operationstechniken zum Einsatz. Welche Therapie für welchen Patienten passt, muss individuell entschieden werden. Erste Anhaltspunkte nennen Experten der University of Michigan (USA) in einem aktuellen Übersichtartikel im Fachjournal „JAMA“.
Schon einfache Maßnahmen können demnach die Symptome lindern: Beckenbodentraining, eine zeitliche Planung der Toilettengänge sowie eine gezielte Anpassung der Trinkmenge. „Viele Männer profitieren bereits von verhaltensorientierten Ansätzen“, schreiben die Autoren. Medikamente seien nicht immer erforderlich.
Wenn die Beschwerden jedoch stärker sind, kommen Medikamente zum Einsatz. Hierbei stehen verschiedene Wirkstoffklassen zur Verfügung:
Studien zeigen: Mit diesen Mitteln bessern sich die Symptome laut internationalem Prostata-Symptom-Score (IPSS, Skala von 0 bis 35 Punkten) um 3 bis 10 Punkte. Zudem senken sie das Risiko für Komplikationen.
Als besonders wirksam hat sich laut den Autoren die Kombinationstherapie erwiesen: Die Verbindung aus Alpha-Blockern und 5-Alpha-Reduktasehemmern senkt das Fortschreiten der Erkrankung deutlicher als eine Einzeltherapie.
Für Männer mit überaktiver Blase stehen zusätzlich Anticholinergika (zum Beispiel Trospium) oder Beta-3-Agonisten (zum Beispiel Mirabegron) bereit. Sie reduzieren Toilettengänge um bis zu vier pro Tag und verringern Inkontinenzepisoden spürbar und führen damit zu einem großen Gewinn an Lebensqualität.
Wenn Medikamente nicht ausreichen oder Komplikationen auftreten, empfehlen die Autoren chirurgische Eingriffe. Dabei stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Goldstandard ist die transurethrale Resektion der Prostata (TURP), bei der überschüssiges Gewebe über die Harnröhre entfernt wird. Auch die Holmium-Laser-Enukleation gilt als sehr effektiv. Beide Methoden verbessern den IPSS um 10 bis 15 Punkte.
Auch minimalinvasive Verfahren sind im Kommen: Dazu gehören etwa Injektionen von Wasserdampf in das Prostatagewebe oder der sogenannte Prostata-Urethral-Lift mit kleinen Implantaten. Sie haben den Vorteil, dass Nebenwirkungen wie Inkontinenz oder Erektionsstörungen selten auftreten. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit für erneute Eingriffe höher als bei den klassischen Methoden.
