Experten erklären
Wer sich so ernährt, kann sich vor Altersblindheit schützen
22.09.2025 – 10:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Nicht nur das Herz profitiert von gesunder Ernährung, sondern auch die Netzhaut. Forscher berichten: Eine bestimmte Kost kann das Risiko für Altersblindheit senken.
Altersbedingte Augenerkrankungen wie die Makuladegeneration (AMD), der Grüne Star (Glaukom) oder die diabetische Retinopathie betreffen in Deutschland mehr als 15 Millionen Menschen. Sie gehören zu den häufigsten Ursachen für Erblindung. Doch der Lebensstil kann den Verlauf dieser Erkrankungen entscheidend beeinflussen. Neben Bewegung und dem Verzicht auf Nikotin spielt vor allem die Ernährung eine zentrale Rolle.
„Wir wissen heute, dass die richtige Ernährungsweise nicht nur das Herz-Kreislauf-System, sondern auch die Netzhaut schützen kann“, sagt Robert Patrick Finger, Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Mannheim laut Pressemitteilung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).
Besonders die mediterrane Kost – reich an grünem Blattgemüse, Obst, Fisch, Olivenöl und Nüssen – wirkt positiv. Entscheidend sei das Ernährungsmuster insgesamt, nicht einzelne Lebensmittel.
Damit räumt Finger auch mit einem verbreiteten Mythos auf: Karotten gelten zwar als „Augengemüse“, doch wissenschaftlich ist dieser Effekt nicht belegt. „Man müsste kiloweise davon essen, um einen Nutzen zu spüren“, so Finger. Viel wichtiger sei die Vielfalt an gesunden Zutaten.
Die altersabhängige Makuladegeneration ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung im Alter. Sie schreitet oft langsam voran, wird von Betroffenen aber lange nicht bemerkt. Studien zeigen: Wer sich mediterran ernährt, senkt das Risiko deutlich, von einer frühen Form in ein Spätstadium überzugehen.
Eine großangelegte Studie konnte zudem belegen, dass bestimmte Nährstoffe wie Lutein, Zeaxanthin, Zink und Omega-3-Fettsäuren den Krankheitsverlauf verlangsamen können. Doch Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine gesunde Ernährung. Sie sind allenfalls eine Ergänzung für Patienten im mittleren Stadium.
Auch beim Grünen Star spielt Ernährung eine Rolle. Neben der Senkung des Augeninnendrucks, die der wichtigste Therapieschritt bleibt, können Lebensstilfaktoren das Risiko beeinflussen. Mediterrane Kost, grünblättriges Gemüse und Omega-3-Fettsäuren wirken positiv. Dagegen erhöht der regelmäßige Konsum von Alkohol und stark verarbeiteten Lebensmitteln das Risiko.
Interessant ist auch der Blick auf Vitamine: Erste klinische Studien untersuchen, ob Vitamin A oder Vitamin B3 (Niacin) das Risiko senken und das Fortschreiten verlangsamen können.
Die diabetische Retinopathie entsteht infolge von Diabetes und betrifft weltweit Millionen Menschen. Ernährung ist hier seit Langem ein wichtiger Teil der Therapie. Neuere Studien zeigen, dass eine mediterrane Kost, kombiniert mit kalorienbewusster Ernährung, nicht nur die Stoffwechsellage verbessert, sondern auch das Fortschreiten der Netzhauterkrankung verzögern kann.
Besonders entscheidend ist ein frühzeitiger Beginn. „Wer von Anfang an konsequent auf eine gesunde Ernährung achtet, tut seiner Netzhaut den größten Gefallen“, betont Finger.
