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Gesundheit

Warum ein Prozent der Menschen nie Intimität erlebt

wochentlich.deBy wochentlich.de21 September 2025Keine Kommentare2 Mins Read
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Warum ein Prozent der Menschen nie Intimität erlebt
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Laut Forschung kein Zufall

Warum ein Prozent der Menschen nie Intimität erleben


21.09.2025 – 13:01 UhrLesedauer: 2 Min.

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Intime Beziehung: Für viele Menschen fördert sie Vertrauen und Verbundenheit. (Quelle: Prostock-Studio/getty-images-bilder)

Sex gehört für viele Menschen zu den wichtigsten Formen von Nähe. Doch rund ein Prozent erlebt nie Intimität. Eine Studie zeigt, welche Faktoren dahinterstehen.

Sex bedeutet Nähe, fördert Vertrauen und ist meist ein fester Bestandteil einer dauerhaften Beziehung. Wer diese Erfahrungen nie macht, lebt neuen Erkenntnissen nach häufig isolierter. Forscher haben nun Daten von mehr als 400.000 Erwachsenen aus Großbritannien und Australien ausgewertet. Ihr Ergebnis: Etwa ein Prozent der Befragten hatte noch nie sexuelle Erfahrungen – und das bleibt nicht ohne Folgen.

Die Studie zeigt, dass Menschen ohne sexuelle Erfahrung deutlich häufiger von Einsamkeit und Nervosität berichten. Sie fühlen sich seltener glücklich, haben weniger enge Kontakte und kaum jemanden, dem sie vertrauen. Auch das Gefühl von Sinn im Leben ist bei ihnen schwächer ausgeprägt. „Sexlosigkeit ging mit mehr Nervosität, Einsamkeit und geringerer Lebenszufriedenheit einher – ein klarer Hinweis auf die enge Verbindung mit dem seelischen Wohlbefinden“, so die Studienautoren.

Bei Männern zeigten sich körperliche Unterschiede: Sie hatten im Schnitt weniger Muskelkraft. Frauen berichteten dagegen keine auffälligen körperlichen Merkmale, doch auch sie litten ähnlich häufig unter Einsamkeit und sozialer Isolation.

Ein weiterer Faktor war die Umgebung: In Regionen mit hoher Einkommensungleichheit trat Sexlosigkeit häufiger auf. Männer ohne Partnerinnen waren dort überdurchschnittlich vertreten.

Neben sozialen Bedingungen spielen auch genetische Faktoren eine Rolle. Die Analysen zeigten, dass Gene rund 14 bis 17 Prozent der Unterschiede erklären. Dabei handelt es sich nicht um ein einzelnes „Sexlosigkeits-Gen“, sondern um viele kleine Varianten, die gemeinsam wirken.

Auffällig war der Zusammenhang mit hoher Intelligenz, guter Bildung und introvertierten Persönlichkeitsmerkmalen. Auch mit autistischen Zügen fanden die Forscher Überschneidungen. Gleichzeitig war das Risiko für Depressionen oder Angststörungen genetisch eher geringer ausgeprägt.

Besonders in der australischen Stichprobe zeigte sich zudem ein klarer Zusammenhang zwischen Religiosität und Sexlosigkeit. Vor allem religiöse Frauen berichteten überdurchschnittlich oft, noch nie Sex gehabt zu haben. Dieser Effekt blieb auch bestehen, wenn andere Faktoren wie Alter, Bildung oder Einkommen berücksichtigt wurden.

Die neue Studie zeigt: Sexlosigkeit ist kein Randphänomen, sondern betrifft etwa ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Für manche ist es eine bewusste Entscheidung, etwa im Rahmen einer asexuellen Orientierung. Für andere bedeutet es soziale Isolation, fehlende Partnerschaften und geringere Lebenszufriedenheit.

Die Forscher betonen: Sexlosigkeit sollte weder tabuisiert noch pathologisiert werden. Wichtiger sei es, gesellschaftliche Barrieren abzubauen – durch mehr soziale Teilhabe, faire Chancen und Unterstützung für Alleinlebende.

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