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Der lange Weg zur Anbindung der Exklave in DDR an West-Berlin

wochentlich.deBy wochentlich.de30 August 2025Keine Kommentare2 Mins Read
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Der lange Weg zur Anbindung der Exklave in DDR an West-Berlin
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Exklave in der DDR

Der lange Weg zur Anbindung Steinstückens an West-Berlin


30.08.2025 – 14:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Steinstücken im Jahr 1989: Noch umgibt zu dieser Zeit die Mauer die Ortslage im äußersten Südwesten Berlins. (Quelle: U.S. Army Photograph/Don Sutherland)

Heute vor 53 Jahren war ein besonderer Tag für die Einwohner von Steinstücken: Ab diesem Tag verband eine zu West-Berlin gehörende Straße die Exklave mit dem Rest der BRD-Metropole.

Einmal durch ein anderes Land, nur um zur Arbeit oder zum Einkaufen zu kommen – der Alltag der Menschen in Steinstücken zu Zeiten der Berliner Mauer war beschwerlich. Während des Kalten Krieges gehörte die Siedlung vor den Toren der Stadt zu West-Berlin. Doch eine Verbindung zum Rest der Stadt hatte sie nicht. Steinstücken war komplett von DDR-Staatsgebiet umgeben.

Die etwa 200 Einwohner Steinstückens waren dadurch zum Transit durch die DDR verdammt. Um von zu Hause etwa zum Einkaufen am Kurfürstendamm oder in die Kneipe in Kreuzberg zu gelangen, mussten sie einen von der DDR kontrollierten Verbindungsweg passieren. Dieser führte sie aus dem von einer eigenen Mauer umgebenen Steinstücken in das von der Mauer umgebene West-Berlin.

Besucher Steinstückens oder Lieferanten benötigten eine Meldebescheinigung über einen Zweitwohnsitz in dem gut 17 Fußballfelder großen Gebiet, in dem nach dem Mauerbau 1961 drei US-Soldaten stationiert waren. Bevor es die Verbindung nach West-Berlin gab, wurden sie nach Steinstücken ein- und ausgeflogen – mit Hubschraubern des US-amerikanischen Militärs, zu dessen Berliner Sektor Steinstücken zu Mauerzeiten gehörte. Ein Ende hatte die komplizierte Praxis erst Jahre später.

Anfang der Siebzigerjahre machte ein Abkommen über einen Gebietsaustausch von BRD und DDR den Weg für die Anbindung von Steinstücken frei. West-Berlin erhielt einen etwa 900 Meter langen und 100 Meter breiten Korridor, der von der Mauer eingerahmt wurde und nun west-deutsches Staatsgebiet war.

Im Gegenzug erhielt die DDR andere, unbewohnte West-Berliner Exklaven sowie vier Millionen D-Mark vom Berliner Senat – der Startschuss zum Bau einer Verbindungsstraße durch den Korridor. Die West-Deutschen planierten den Korridor, die DDR sorgte für die Verlegung der Mauer.

Am 30. August 1972 war es soweit: Berlins damaliger Regierender Bürgermeister Klaus Schütz (SPD) eröffnete die Stichstraße, die den Anschluss Steinstückens an das restliche West-Berliner Stadtgebiet besiegelte – und den Bewohnern der Exklave im Wortsinne den Anschluss an West-Berlin ebnete.

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