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Lifestyle

Suchtgefahr – Frau gibt Vermögen für Sammel-Hype aus

wochentlich.deBy wochentlich.de22 August 2025Keine Kommentare3 Mins Read
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Suchtgefahr – Frau gibt Vermögen für Sammel-Hype aus
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Gefährliche Labubu-Leidenschaft

„Es ist albern und macht extrem süchtig“


Aktualisiert am 22.08.2025 – 13:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Objekt der Begierde: Ein Labubu wird aus seiner Box gezogen. Beim Kauf weiß man nicht, welche Figur in der Kiste steckt. (Quelle: IMAGO/ROB ENGELAAR)

Die chinesischen Labubu-Figuren sind Kult, doch der Hype kann süchtig machen. Eine Betroffene berichtet.

Mitte der 90er-Jahre waren es die Tamagotchis, ohne die kaum ein Kind auskam. Zwanzig Jahre später zogen Erwachsene mit ihren Smartphones durch die Straßen, um Pokémon zu jagen. Spielzeuge haben schon immer Leidenschaften entfacht – manchmal so stark, dass sie ins Suchtartige kippen. Der neueste Fall sind die Labubu-Figuren aus China: kleine Monster mit breitem Grinsen, die heute weltweit einen regelrechten Kaufrausch auslösen.

Der Trend gleicht einem Glücksspiel, wie jetzt eine Betroffene der englischen Tageszeitung „Guardian“ erzählt hat. Sie habe noch nie in ihrem Leben an einem Spielautomaten gesessen, kein Lotto gespielt und auch nie ein Rubbellos gekauft. Trotzdem fürchtet die 28-jährige Jess aus Irland, ein Glücksspielproblem zu haben. Allein im Juli habe sie bis zu 230 Euro pro Woche für sogenannte Blind Boxes, also Überraschungsboxen, ausgegeben.

Diese Boxen sind der clevere Marketing-Schachzug des Herstellers Pop Mart, der die gefragten Plüschfiguren mit neun spitzen Zähnen und Herzchennase verkauft. Der Käufer erwirbt eine Kiste, ohne den Inhalt zu kennen. Wer eine komplette Kollektion der Labubus Smiski, Dimoo, Pucky, Skullpanda oder Sonny Angel haben möchte, muss Box für Box kaufen, Duplikate in Kauf nehmen und auf die ersehnte Figur hoffen. „Wenn man die Figur bekommt, die man will, ist das Gefühl unbeschreiblich“, erzählt Jess dem „Guardian“ weiter.

„Es ist albern und macht extrem süchtig“, so die junge Frau weiter. Im April habe sie begonnen, Labubu-Figuren zu kaufen, nachdem sie die zotteligen Monster auf der chinesischen Social-Media-Plattform TikTok entdeckt hatte. Jedes Mal nach dem Kauf fühlt sie sich schlecht, sagt die Irin. „Manchmal öffne ich die Kiste und will den Inhalt gar nicht haben.“

Im Juli habe sie sich selbst ein Verbot auferlegt, sei dann aber eingebrochen – und bestellte plötzlich 25 Boxen auf einmal. Sie habe ungeduldig auf die Pakete gewartet, sei extra losgelaufen, um noch mehr zu kaufen, und habe dann sogar zu völlig anderen Figuren gegriffen, die ihr gar nicht gefielen. Alles nur, um den Kaufrausch zu befriedigen. „Am Ende hielt ich einen Plüsch-Hummer in der Hand und dachte: Was mache ich hier eigentlich?“, so Jess.

Die 28-Jährige schätzt, dass sie seit April mehr als 1.300 Euro für Labubus ausgegeben hat. Geld, das sie eigentlich für ihre Hochzeit gebraucht hätte.

Labubu-Figuren sind längst mehr als Spielzeug. Sie gelten als soziale Währung in Fan-Kreisen, erklärt ein Marketing-Experte der Zeitung. Pop Mart spiele gezielt mit Verknappung und kurzen Live-Videos auf TikTok, um Käufer zum sofortigen Zugreifen zu bewegen.

Wissenschaftler vergleichen die Blind Boxes mit Lootboxen (vom englischen Wort für Beute oder Raubgut abgeleitet) aus Videospielen. Studien zeigen Zusammenhänge mit späterem Glücksspiel, psychischer Belastung und erhöhtem Suchtpotenzial. Länder wie Belgien haben digitale Lootboxen bereits als Glücksspiel verboten.

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